Erdgas-Wissen von A bis Z – Lexikon G

Gas

siehe Erdgas

Bezeichnung für einen Stoff im gasförmigen Aggregatzustand.


Gasanlage

Sie besteht im Gebäude üblicherweise aus Leitungsanlage, Gasgeräten, Luft- und Abgasanlage. Sie beginnt hinter der Hauptabsperreinrichtung (HAE) und endet an der Mündung der Abgasanlage.



Gasdruck

Der Gasdruck ist der statische Überdruck gegenüber der Atmosphäre. Dieser wird meistens in der Einheit bar angegeben. Weitere Einheiten sind PASCAL (Pa), Megapascal (MPa).


Gas-Einbauherd

Spezielle Herdform zum Möbeleinbau


Gasfeuerstätte

Gasgerät, dessen Abgase durch eine Abgasanlage ins Freie geführt wird.


Gasgeruch

Brenngase, die zur öffentlichen Gasversorgung verwendet werden, müssen einen durch den Menschen deutlich wahrnehmbaren Geruch haben.


Gasheizkessel

Der Gasheizkessel ist eine Gasfeuerstätte, in dem umlaufendes Heizungswasser erwärmt wird.


Gasherd

Der Gasherd ist ein Gasgerät, zum Kochen und Backen.


Gaslaterne

Die Gaslaterne ist ein Gasgerät für die Beleuchtung.


Gasometer

Der Gasometer ist ein Gasbehälter, der auch zur Volumenmessung dient. Es wird unter verschiedenen Gasometerarten unterschieden. Der Oberhausener Gasometer z.B. ist ein sogenannter trockener Scheibengasbehälter, die modernste Variante unter den verschiedenen Gasometerarten. Das Prinzip des Scheibengasbehälters wurde 1915 von der Firma MAN in Mainz entwickelt.


Gassteckdose

Die Gassteckdose ist eine Sicherheitsarmatur, an der Gasgeräte über einen Sicherheitsgasschlauch angeschlossen werden.


Gasthermometer

Das Gasthermometer ist ein Thermometer, welches die Temperatur über die Ausdehnung eines (möglichst idealen) Gases bei konstantem Druck oder die Druckzunahme des Gases bei konstantem Volumen misst.


Gasverbrauch

Der Gasverbrauch im Versorgungsgebiet wird thermisch, das heißt nach Energieeinheiten (kWh) abgerechnet. Dazu wird der gemessene Verbrauch (m3) mit einem Umrechnungsfaktor (kWh/m3) multipliziert. Der Umrechnungsfaktor hängt vom Brennwert des Gases und den Anschlussverhältnissen ab; er wird für jede Abrechnung ermittelt. Die Verrechnungstemperatur beträgt 15 °C.


Gaswärmezentrum

Kompaktes Gasgerät, bestehend aus Umlaufwasserheizer und Warmwasserspeicher in einer formschönen Ummantelung.


Gas-Zusammensetzung

Die Gaszusammensetzung gibt die Bestandteile eines Brenngases ohne Begleitstoffe an. Zusammensetzung von russischem Erdgas E (exemplarisch): Methan 97,96 Vol%; Stickstoff 0,89 Vol%; Ethan 0,70 Vol%; höhere KW 0,32 Vol%; Kohlendioxid 0,13 Vol%


Geräte-Anschlußleitung

Diese Leitung verbindet direkt die Geräteanschlußarmatur mit dem Gasgerät.


Glaskeramik

Glaskeramik ist ein Werkstoff, der durch gesteuerte Kristallisation aus Glasschmelzen hergestellt wird. Die Schmelze geht durch eine Temperaturbehandlung in den kristallinen Zustand über. Produkte aus Glaskeramik sind temperaturunempfindlich und werden daher besonders für Koch- und Backgeräte verwendet.


Großflaschenanlage

Flüssiggas-Großflaschenanlagen sind Anlagen mit Großflaschen zur Gasbereitstellung. Großflaschen sind Druckgasbehälter mit einem Füllgewicht von mehr als 14 kg. Flüssiggas-Versorgungsanlagen mit Großflaschen werden im allgemeinen außerhalb der Gebäude in sogenannten Flaschenschränken untergebracht.

Gasabgabe

Die Gasabgabe ist die Gasmenge, welche vom Versorgungsunternehmen abgegeben wird.


Gasaufbereitung

Nach der Förderung muß das Rohgas so behandelt werden, das unerwünschte Gasbegleitstoffe entfernt werden. Dies ist notwendig, da diese Komponenten einen störenden Einfluß auf den Transport und die Verwendung der Gase haben. Dabei werden verschiedene Verfahrensschritte angewandt. Grundlegende Prozesse sind die Kühlung und Kondensation, die mechanische bzw. elektrostatische Abscheidung von Staub und Aerosolen (Nebel) und Absorptionsverfahren.


Gasbezug

Gasmenge, die ein Gasversorgungsunternehmen von einem anderen bezieht.


Gas-Druckregler

Er hat die Aufgabe, im nachgeschalteten Teil der Leitungsanlage einen konstanten Gasdruck zu gewährleisten. Gasdruckregelung ist notwendig, da wegen unterschiedlicher Anforderungen der privaten und Industrieverbraucher im Versorgungsnetz ein höherer schwankender Druck auftritt, als er für die meisten Anlagen notwendig ist. Der Gasdruck muß beim Verbraucher auf den für die Brenner geeigneten Wert (Erdgas 20 - 22 mbar) reduziert werden.


Gas-Einbau-Kochmulde

Die Bauarten dieses speziellen Gaskochers sind mit offenen Kochstellen in einer emailliertem Stahlwanne oder Edelstahlwanne oder einem Kochfeld aus Glas-Keramik ausgestattet.


Gasgerät

Gasgeräte sind Anlagen, in denen die Energie der Brenngase weitgehend in Nutzenergie umgewandelt wird. Gasgerät ist die Sammelbezeichnung für Geräte, deren Abgase über eine Abgasanlage ins Freie abgeführt werden (Gasfeuerstätte) und für Gasgeräte ohne Abgasanlage.


Gasgrill

Der Gasgrill ist ein Gasgerät zum Rösten von Grillgut auf einem Grillrost oder einer Grillplatte.


Gasheizstrahler

Der Gasheizstrahler ist ein Gasgerät, bei dem die Wärme durch Strahlung abgeben wird. Der Einsatzort für Strahler sind hauptsächlich Werkstattbereiche, Hallen und Räume mit lokalen Arbeitsbereichen. Unterschiedlichen Typen von Gasheizstrahlern sind Dunkel- und Hellstrahler.


Gasindustrie

Der Begriff Gasindustrie umfaßt den gesamten Bereich, in dem Gase (Erdgas, Flüssiggas usw.) gefördert, transportiert, verteilt und zur Wärmegewinnung bzw. Energieerzeugung oder als Systemgas (z.B. Erdgasfahrzeuge, Beleuchtung) verwendet werden.


Gasleitung

Rohrleitungsanlage für den Gastransport.



Gastankstellen

Gastankstellen sind genau wie andere Tankstellen Anlagen zum versorgen der Fahrzeuge mit Treibstoff. Da noch nicht an jeder Tankstelle die Versorgung von Gas gewährleistet ist, finden Sie hier bundesweit existierende Standorte von Gastankstellen.



Gaswarnanlagen

Eine Gaswarnanlage überwacht die Raumluft auf ihren Gehalt an gefährlichen und explosiven Gasen. Dabei wird bei Überschreitung eines Grenzwertes ein Alarmsignal ausgelöst. Dies kann akustisch oder optisch erfolgen. Der Einsatz dieser Gaswarnmelder kann in der Industrie oder im Haushaltbereich erfolgen. Die heute schon sehr preiswerten Geräte können z.B. Gasanschlußräume u. Aufstellungsräume überwachen und Gasaustritte rechtzeitig melden.


Gaswerk

Ein Gaswerk ist eine Anlage, in der brennbare Gase erzeugt werden (Stadtgas, Generatorgas). Unter Luftabschluß wird z.B. bei der Entgasung Steinkohle auf etwa 1000 bis 1200°C erhitzt. Als Rückstand bleibt Koks, der zu Heizzwecken oder Rohstoff verwendet werden kann. Das Entgasungsgas wird gereinigt und über einen Gasometer, dem Verbraucher zugeführt. Die Verwendung von Erdgas im Haushalt macht die Nutzung von Gaswerken unnötig.


Gebäudeklassen

Gebäude werden nach der Bauordnung nach Lage, Nutzung und Höhe in die Klassen 1 bis 5 eingeteilt. Das hat u.a. Einfluss auf brandschutztechnische Forderungen.


Gerätewirkungsgrad

Der Gerätewirkungasgrad eines Gasgerätes ist der energetische Gessamtwirkungsgrad.


Gleichzeitigkeits-Faktor

Bei der Ermittlung des Gasvolumenstromes, der maximal durch eine Gaszuleitung fließt, berücksichtigt man das nicht zeitgleiche Auftreten der Einzelhöchstlasten der Gasgeräte durch einen sogenannten Gleichzeitigkeitsfaktor.


Gasabnahme

Die Gasabnahme ist die Gasmenge, welche vom Kunden bezogen wird.


Gasbedarf

Der Gasbedarf ist die erwartete Gasmenge, die ein Verbraucher pro Zeiteinheit abnimmt. Diese Gasmenge bestimmt die Dimensionierung der Gaszuführungsleitungen und den Versorgungsdruck. Sie ist eine wichtige Größe bei der Auslegung von z.B. neuen Gasversorgungssystemen in Bebauungsgebieten. Dabei muß für alle zukünftigen Gasabnehmer eine Prognose des Gasverbrauches erstellt werden. Ebenso bei der Einbindung von Neukunden in ein bestehendes Versorgungsgebiet sind die Gasbedarfsangaben entscheidend für eine stabile Erdgasversorgung.


Gas-Center

Die Funktionen dieser speziellen Gasgeräte sind das Kochen, Backen, Heizen mit Heizaggregat und das Warmwassererzeugen.



Gasfamilien

Brenngase, die zur öffentlichen Gasversorgung eingesetzt werden und sich in physikalischen und verbrennungstechnischen Eigenschaften nahe stehen, werden einer Gasfamilie zugeordnet. Im DVGW- Arbeitsblatt G 260 ist diese Einteilung in Gasfamilien wie folgt vorgenommen:

1. GasfamilieStadt- und Ferngase; sie tragen das Kurzzeichen S und weisen einen hohen Wasserstoffgehalt auf. Wegen des Gehaltes an Kohlenmonoxid sind diese Gase als giftig einzustufen. Das Stadtgasgemisch aus Steinkohlegas und Wassergas sicherte vor Jahren die Versorgung der Städte; heute ist die Verwendung nur noch wenig anzutreffen.

2. GasfamilieNaturgase, Erd- und Erdölgase; sie tragen das Kurzzeichen N. Es sind Gase aus natürlichen Vorkommen; ihr Hauptbestandteil ist Methan.

3. GasfamilieFlüssiggase; sie tragen das Kurzzeichen F. Flüssiggase (Propan), (Butan) sind hauptsächlich Nebenprodukte der Erdölraffinierung. Flüssiggas ist etwa doppelt so schwer wie Luft.


Gasgerätearten

Art A: Gasgerät ohne Abgasanlage. Die Verbrennungsluft wird dem Aufstellraum entnommen, die Abgase strömen direkt in den Aufstellraum, z.B. Gasherd, Hockerkocher, Laborbrenner, Einbaubackofen. 

Art B: Gasgerät mit Abgasanlage, das die Verbrennungsluft dem Aufstellraum entnimmt (raumluftabhängige Gasfeuerstätte).

Art C: Gasgerät mit Abgasanlage, das die Verbrennungsluft über ein geschlossenes System dem Freien entnimmt (raumluftunabhängige Gasfeuerstätte).


Gas-Heizherd

Der Gas-Heizherd ist eine Gasfeuerstätte zum Kochen /Backen und zum unmittelbaren Beheizen des Aufstellraumes über Heizflächen. Ein Schornsteinanschluß ist dabei notwendig.


Gasheizung

Die Gasheizung ist eine Raumheizung, die durch die Verbrennung von GasWärme zur Heizung des Raums erzeugt. Die Abgase, die bei der Verbrennung entstehen, müssen durch eine Abgasanlage ins Freie geführt werden.


Gaskraftwerk

Ein mit Erdgas befeuertes Kraftwerk zur Stromerzeugung.


Gasmotor

Der Gasmotor ist ein Verbrennungsmotor, der mit Gas als Brennstoff betrieben wird.

vgl. auch Erdgasfahrzeuge.


Gas-Standherd

Der Gas-Standherd ist ein frei aufstellbarer Gasherd.


Gas-Strömungswächter

Ein Gasströmungswächter ist eine Armatur, die den Gasdurchfluss bei Überschreitung eines bestimmten Durchflusses selbsttätig absperrt.


Gas-Unterbauherd

Durch eine Normhöhe von 82cm passt dieser Herd unter eine Arbeitsplatte. Weitere Bauteile zur Kochmulde oder dem Keramikkochfeld sind Bedienblende, Backofen, Gerätewagen und Sockel


Gaswärmepumpe

Arbeitet nach dem Prinzip einer Elektrowärmepumpe; hier wird aber der Kompressor durch einen Gasmotor getrieben. Wärmepumpenheizungen mit ERDGAS sind die idealen Wärmelieferanten für diese Häuser mit geringem Heizbedarf.


Gaszähler

Der Gaszähler, auch Gasuhr genannt, ist eine Einrichtung zur Gas-Volumenmessung. Er dient der Bestimmung der vom Verbraucher bezogenen Gasmenge. Der Vorgang erfolgt üblicherweise als Volumenmessung mit Anzeige in Kubikmeter. Durch Multiplikation mit dem Brennwert des Gases wird die Abrechnungsmenge bezogen auf den Wärmeinhalt in Kilowattstunden bestimmt.


Gebrauchsbehälter

Flüssiggas-Gebrauchsbehälter sind Druckgasbehälter, die zum Betreiben der Gasgeräte an die Versorgungsanlage angeschlossen sind. Das können Betriebs- oder Reservebehälter sein.


Geräteschild

An allen Gasgeräten ist es notwendig, durch den Hersteller ein Geräteschild anzubringen. Auf diesem Geräteschild sind die Kenndaten des betreffenden Gerätes angeben (Hersteller, Nennwärmebelastung, DIN-DVGW Zeichen).


Gradtagszahl

Die Gradtagszahl ist das Produkt aus der Anzahl der Heiztage und der Differenzen zwischen der mittleren Raumtemperatur und den Tagesmitteln der Außen-Lufttemperatur über alle Heiztage, die zwischen Beginn und Ende der Heizperiode liegen. Sie dient der Ermittlung, der Kontrolle und dem Vergleich des Wärmeverbrauchs in der Heizperiode.

Siehe auch: Heizgradtage


Grundpreis

Der Grundpreis oder die Grundgebühr ist neben dem Arbeitspreis die zweite Komponente einer Gasrechnung. Er ist vom Verbrauch unabhängig und kann monatlich oder jährlich erhoben werden. Er deckt feste Kosten wie Gaszähler, Abrechnung und Inkasso ab.