Erdgas-Wissen von A bis Z – Lexikon D

Dachheizzentrale

Bezeichnet den Heizgeräteaufstellraum in einem dachnahen Raum eines Gebäudes. Hauptvorteil dieser Anordnung ist der kurze Abgasweg und der damit verbundene geringere Installationsaufwand und ggf. der Verzicht auf den Hausschornstein.


Deponiegas

In Deponien, Müllbergen mit Haus- und Gewerbemüll entstehen Gase, sogenanntes Deponiegas. Damit im Deponiekörper kein Gasüberdruck entsteht, bei dem das Gas austreten und die Umgebung durch Gerüche, Pflanzenschäden und andere Emissionen schädigen könnte, werden diese Gase abgesaugt. Heutzutage werden in die Deponien schon bei der Entstehung brunnenartige Schächte eingebaut, welche das Deponiegas sammeln und absaugen. Bei ausreichendem Gasanfall kann dieses Gas das brennbar ist, auch verwertet werden, z.B. in Verbrennungsmotoren zur Erzeugung elektrischer Energie. Hierfür sind allerdings größere Investitionen zu tätigen.


Dichtheit

Die Dichtheit bedeutet den völligen Abschluß eines druckführenden Raumes gegenüber der Umgebung. Gasleitungen und gasführende Anlagen müssen dicht sein, so dass kein Gas austreten und sich kein explosives Gas-Luft-Gemisch bilden kann. Dazu werden die Gasanlagen einer Dichtheitsprüfung unterzogen.

 

Siehe Dichtigkeitsprüfung, siehe auch Abpinseln für weitere Informationen.


Dienstbarkeit

Bei der Verlegung von Erdgasleitungen und dem Aufbau von gastechnischen Anlagen ist die Bereitstellung von Grundstücken notwendig, deren Besitzer an der Versorgung unbeteiligt sind. Dies beinhaltet das sogenannte Wegerecht zum Betreten und Befahren der Flächen und die Regelungen für den Bau von Anlagen und Verlegung von Rohrleitungen.


DIN-Normen

DIN-Normen dienen der Rationalisierung, der Qualitätssicherung, der Sicherheit, dem Umweltschutz und der Verständigung in Wirtschaft, Technik, Wissenschaft, Verwaltung und Öffentlichkeit. Rohrwerkstoffe, Werkstoffe der Armaturen sowie Prüf- und Bauausführungen von Sicherheits- und Regeleinrichtungen und Gasverbrauchseinrichtungen werden im Bereich der Gastechnik in DIN-Normen festgelegt.


Drehkolbengaszähler

Drehkolbengaszähler sind volumetrisch messende Gaszähler, die zur Gruppe der Verdrängungszähler gehören. Das Messwerk besteht aus zwei Drehkolben, die in zwei halbkreisförmigen Messschalen laufen. Bei sich drehendem Messwerk werden die Messkammern periodisch gefüllt und entleert. Die Umdrehungen werden gezählt und in m3 angebeben.


Druckbereich

Die Betriebsdrücke von Gasleitungen werden üblicherweise in 3 Druckbereiche unterteilt.

bis 0,1 bar = Niederdruck (ND)

bis 1 bar = Mitteldruck (MD)

über 1bar = Hochdruck (HD)

Die Angaben werden in Überdruck angegeben.

 

Siehe auch Überdruck, bar.


Druckminderer

Für die Versorgung mit Erdgas ist es oft notwendig das Erdgas von einem hohen Druck (z.B. Leitungsdruck, Flaschendruck) auf einen niedrigeren Druck (z.B. Anschlußdruck) zu drosseln. Dabei werden Druckminderer oder Gasdruckregelgeräte eingesetzt.


Durchleitung

Mit dem Begriff Durchleitung ist der Gastransport durch fremdbetriebene Leitungen beschrieben. Dies ist durch die Verbändevereinbarung möglich, in der festgelegt wurde, dass die Versorgung von Gaskunden auch durch nicht ortsansässige Unternehmen durchgeführt werden kann. (analog dem liberalisierten Strommarkt).


DVGW

Der Deutsche Verband des Gas- und Wasserfaches (DVGW) ist eine 1859 gegründete Vereinigung des deutschen Gas- und Wasserfaches. Er ist politisch und wirtschaftlich unabhängig und neutral und er verfolgt ausschließlich sowie unmittelbar gemeinnützige Zwecke.

 

DVGW

Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V.

– Technisch-wissenschaftlicher Verein –

Josef-Wirmer-Str. 1 - 3

53123 Bonn

www.dvgw.de

Dampfdruckkurve

Die Dampfdruckkurve ist die Summe aller thermischen Zustände bei der ein Stoff vom flüssigen in den gasförmigen Zustand übergeht. Sie endet im kritischen Punkt. Eine Verflüssigung ist also nur unterhalb des kritischen Punktes möglich.


Dichte

Die Dichte ist der Quotient aus Masse und Volumen eines Stoffes


Dichtigkeitsprüfung

Dabei wird die Dichtheit einer gasführenden Einrichtung, wie z.B. Rohrleitung oder Anlage überprüft. Als Prüfmedium werden Wasser, Luft oder Inert- bzw. Betriebsgas verwendet. Dabei kann der nicht eintretende Druckabfall nach einer gewissen Zeit oder das äußere Abspüren die Dichtheit bestätigen.

 

Siehe auch Abpinseln.


DIN

Das Deutsches Institut für Normung e.V. wurde 1917 gegründet und stellt DIN-Normen auf und sorgt dafür, dass diese bei der Gesetzgebung und im Rechtsverkehr als Beschreibung technischer Sachverhalte herangezogen werden können. Das DIN mit seinen Organen ist die autorisierte nationale Vertretung in den Gremien der internationalen und der europäischen Normungsorganisationen.


DIN-EN

Europäische Normung, abgekürzt EN. Das Europäische Komitee für Normung CEN und das Europäische Komitee für elektrotechnische Normung CEN ELEC bilden die gemeinsame europäische Normenorganisation CEN-CEN ELEC mit Sitz in Brüssel. Das DIN Deutsches Institut für Normung ist Mitglied im CEN. Zu den vordringlichsten Zielen der Europäischen Union gehört die Vollendung des europäischen Binnenmarktes, das Ziel von CEN ist die technische Harmonisierung und Normung in der EU.


Druckabfall

Der Druckabfall ist z. B. das Absinken des Innendruckes in einem Bauteil (Rohrleitung) bei der Dichtheitsprüfung, bedingt durch ein Leck oder durch Temperaturunterschiede.


Druckgeräte

Der Begriff Druckgerät wurde durch Druckgeräterichtlinie (Europäische Richtlinie 97/23/EG für das Inverkehrbringen von Druckgeräten) definiert, der als allgemeiner Begriff für unter Druck stehende Produkte eingeführt wurde. Der Begriff Druckgerät entstammt der Übersetzung der englischen Bezeichnung pressure equipment. Gemäß dieser Richtlinie gelten nachstehende Produkte als Druckgerät: Behälter (unbefeuerte Druckbehälter) Dampfkessel, Rohrleitungen, druckhaltende Ausrüstungsteile, Ausrüstungsteile mit Sicherheitsfunktion und mit einem inneren Druck von mehr als 0,5 bar.


Dunkelstrahler

Dunkelstrahler sind eine Art von Strahlungsheizgerät. Das sind Rohre, meist in U-Form, in denen Verbrennungsgase strömen. Ein Brenner, der an einem Rohrende montiert ist, verbrennt Erdgas. Ein Sauggebläse am anderen Rohrende erzeugt den nötigen Unterdruck für den Verbrennungsgastransport. Ein Reflektor, der über dem gesamten Rohrsystem angebracht ist, lenkt die nach oben abgestrahlte Wärme der Rohre in die zu beheizenden Bereiche. Durch die U-förmige Ausbildung des Strahlrohres ist die mittlere Oberflächentemperatur mit etwa 250 - 300 °C über die gesamte Länge annähernd gleich. Die relativ niedrige Oberflächentemperatur des Strahlrohres bewirkt keine Farbänderung des Rohres, es bleibt dunkel. Die abgegebenen Wärmestrahlen haben Wellenlängenmaxima im langwelligen Bereich.


Düsendruck

Der Düsendruck ist der Fließdruck vor der Düse bei Gasbrennern.


DVGW-Regelwerk

Das DVGW-Regelwerk enthält technische Regeln für den Bereich der Gasversorgung. Es umfasst mehr als 100 Arbeits- und Merkblätter für den Bau, den Betrieb und die Unterhaltung von Gasanlagen. Der Inhalt der DVGW Arbeits- und Merkblätter wird in speziell dafür eingerichteten Gremien des DVGW erarbeitet und nach Prüfung und Eingabefristen veröffentlicht.

Dekorative Gasfeuer

Dekorative Gasfeuer für offene Kamine sind Gasgeräte, bei denen mittels eines in einen offen betriebenen Kamin eingebauten Gasbrenneres eine überwiegend dekorative Funktion erzielt wird. Durch in Flammen eingelegte Imitate kann die dekorative Funktion noch verstärkt werden.


Dichteverhältnis

Verhältnis der Dichte eines Gases zur Dichte der Luft bei gleichem Druck und gleicher Temperatur (auch Relative Dichte genannt).


Dichtung

Eine Dichtung dient zum Abdichten der Trennfugen fest verbundener Maschinenteile, Gefäße oder Rohre. Sie soll verhindern, dass Flüssigkeiten oder Gase ausströmen können. Dichtungsmaterialien sind z.B. Gummi, Teflon, Hanf.


DIN-DVGW-Zeichen

Wenn ein Produkt in der Gasversorgung eingesetzt werden soll, ist es notwendig, dass es die Kennzeichnung DIN-DVGW und eine Registernummer besitzt. Diese wird auf Antrag beim DVGW und bestätigter Prüfung auf die Normen des DIN-Regelwerkes für das Produkt vergeben. Die Verwendung des Zeichens bestätigt die technische und sicherheitstechnische Gebrauchsfähigkeit des Bauteiles.


DIN-ISO

ISO ist eine Kurzform für International Organization for Standardization, eine Institution, welche die Normung international koordiniert. Der Zweck der ISO ist die Förderung der Normung in der Welt, um den Austausch von Gütern und Dienstleistungen zu unterstützen und die gegenseitige Zusammenarbeit in verschiedenen technischen Bereichen zu entwickeln. Die ISO erarbeitet ISO-Normen (ISO-Standards), die von den Mitgliedsländern unverändert übernommen werden sollen, z.B. in der Bundesrepublik Deutschland als DIN ISO-Normen. Das DIN ist Mitglied der ISO.


Druckbehälter

Als Druckbehälter werden Behälter benannt, die der Druckbehälterverordnung unterliegen und als sogenannte ortsfeste Behälter an ihrem Aufstellungsort befüllt werden.


Druckgasbehälter

Als Druckgasbehälter werden Behälter benannt, die der Druckbehälterverordnung unterliegen und als sogenannte ortsbewegliche Behälter zum Befüllen an anderen Ort verbracht werden, so z.B. Flüssiggasflaschen, Strassentankwagen, Eisenbahnkesselwagen.


Durchlauf-Wasserheizer

Ein Gas-Durchlaufwasserheizer ist eine Gasgerät, in dem durchlaufendes Wasser zur Entnahme erwärmt wird. Bei langen Strecken bis zur Entnahmestelle kann es zu höheren Wärmeverlusten kommen. Dies sollte bei der Auswahl des Erwärmungsprinzips beachtet werden.


DVFG

Der Deutsche Verband Flüssiggas e.V. ist der Dachverband der Flüssiggasbranche. Er hat seinen Sitz in:

 

Deutscher Verband Flüssiggas e.V.

EnergieForum Berlin

Stralauer Platz 33-34
10243 Berlin

www.dvfg.de