Erdgas-Wissen von A bis Z – Lexikon B

Balgengaszähler

Der Balgengaszähler ist ein volumetrisch messender Gaszähler, bei dem der Meßvorgang in einem periodischen Füllen und Entleeren der Meßkammern besteht. Sie werden heute als Einstutzen- und Zweistutzen-Gaszähler in unterschiedlichen Größen verwendet.


Belastung

Die Belastung eines Gasgerätes ist der im Gas zugeführte Energiestrom in kW oder in kJ/s, bezogen auf den Heizwert.


Bundes-Immissions-Schutzgesetz

Das Bundes-Immissionsschutzgesetz – BimSchG – Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge, ist ein bedeutsames Gesetz auf dem Gebiet des Umweltschutzes. Ziel des Gesetzes ist es, Menschen, Tiere, Pflanzen, den Boden, das Wasser, die Atmosphäre, Kulturgüter und Sachgüter vor schädlichen Umwelteinwirkungen zu schützen, die durch Immissionen verursacht werden, sowie dem Entstehen schädlicher Umwelteinwirkungen vorzubeugen. Das Gesetz wird über sogenannte Verordnungen umgesetzt. Für Gasanlagen ist u.a. die " Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionschutzgesetzes (Verordnung über Kleinfeuerungsanl. – 1. BimSchV) von Bedeutung (siehe auch – Gesetze)


bivalent

Ein Fahrzeug, dass mit Erdgas und einer zweiten Kraftstoffart betrieben werden kann, nennt man bivalent.


Brenner

Bauteil eines Gasgerätes , das die im Brennstoff gebundene Energie durch Verbrennung mit Luftsauerstoff in Wärme umsetzt, die direkt oder indirekt genutzt werden kann. Nach der Art der Verbrennungsluftzuführung unterscheidet man z.B. atmosphärische Brenner und Gebläsebrenner.


Brennstoffzellen

In einer Brennstoffzelle wird die an den Brennstoff gebundene chemische Energie direkt und ohne Umweg in elektrische und thermische Energie gewandelt. Die Brennstoffzelle versorgt zuverlässig, zukunftssicher und höchsteffizient Haushalte mit Wärme und Strom.


Butan

Butan ist ein Brenngas, das eine Art Flüssiggas nach DIN 51622 ist. Als Einzelgas C4H10 weist es folgende wichtige Daten aus:

 

Dichte des flüssigen Gases: 0,60 kg/1 bei 0°C

Normdichte des Gases: 2,59 kg/m³

Brennwert: 13,74 kWh/kg

Heizwert: 12,69 kWh/kg

Zündgrenzen: 1,4 ... 9,3 Vol.%

Zündtemperatur: 400°C

Theoretischer Luftbedarf: 32,31 m³/m³

Theoretische Verbrennungsgasmenge, feucht: 34,71 m³/m³

Maximaler CO2-Gehalt: 14,1 Vol.%

Bar

bar bzw. "mbar" ist die in der Gastechnik benutzte Druckeinheit. Nach den SI-Einheiten ist Pascal [Pa] die Vorzugseinheit für Druck.


Betriebsbehälter

Betriebsbehälter sind Druckgasbehälter, aus denen während des Betriebes der Gasgeräte Flüssiggas entnommen wird.


Biogas

Gas z.B. aus Bioabfallvergärungsanlagen, welches zur Erzeugung von Strom und Wärme verwendet wird.Biogas entsteht bei der bakteriellen Zerstörung von organischen Stoffen. Es besteht vorwiegend aus Methan (ca. 60 %) Kohlendioxid (ca. 35 %) sowie Stickstoff, Wasserstoff und Schwefelwasserstoff. Bevor es als Brenngas verwendet wird, wird es entsprechend aufbereitet.


Blockheizkraftwerk

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) funktioniert nach dem ressourcenschonenden Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung, das heisst, es produziert Strom und Wärme mit einem Gesamtwirkungsgrad von 80% bis 90%. Ein BHKW besteht grundsätzlich aus einem Verbrennungsmotor mit nachgeschaltetem Generator. Ein mit dem erdgasbetriebenen Verbrennungsmotor direkt gekoppelte Generator erzeugt Strom, während das aufgeheizte Kühlwasser und die Abgase des Motors zu Heizzwecken genutzt werden. BHKW`s können auch mit anderen Brennstoffen wie z.B. Flüssiggas, Biogas, Deponiegas oder Heizöl betrieben werden.


Brennerarten

Man unterscheidet Gasbrenner ohne Vormischung des Verbrennungsmittels von solchen mit Vormischung des Verbrennungsmittels (Luft). Brenner ohne Vormischung von Brenngas und Luft vor dem Brennermund sind Parallelstrombrenner oder einfache Rohrbrenner. Brenner mit Vormischung von z.B. Brenngas und Luft vor dem Brennermund sind z.B. Injektorbrenner (Bunsenbrenner, atmosphärische Gasbrenner) und Gasgebläsebrenner.


Brennwert

Der Brennwert (Ho,n) eines Gases ist die Wärme, die bei vollständiger Verbrennung eines Kubikmeters Gas – gerechnet im Normzustand – frei wird, wenn die Anfangs- und Endprodukte bei gleichbleibendem Druck eine Temperatur von 25°C haben und das bei der Verbrennung entstandene Wasser flüssig vorliegt.

Baukostenzuschuss

Das Gasversorgungsunternehmen ist berechtigt, von den Anschlussnehmern einen angemessenen Baukostenzuschuss zur teilweisen Abdeckung der bei der wirtschaftlichen Betriebsführung notwendigen Kosten für die Erstellung oder Verstärkung von der örtliche Versorgung dienenden Verteilungsanlagen zu verlangen, soweit sie sich ausschließlich dem Versorgungsbereich zuordnen lassen, in dem der Anschluss erfolgt.



Biomasse

Biomasse ist die gesamte durch Pflanzen oder Tiere anfallende/erzeugte organische Substanz. Beim Einsatz von Biomasse zu energetischen Zwecken – also zur Strom-, Wärme- und Treibstofferzeugung – wird zwischen nachwachsenden Rohstoffen oder Energiepflanzen und organischem Abfall unterschieden.


Bohrung

Um das in geologischen Strukturen eingeschlossenen Erdgas zu fördern, werden Bohrungen bis zu den Lagerstätten durchgeführt. Die Bohrungen werden überwiegend in einem so genannten Rotary - Bohrverfahren ausgeführt. Dabei wird ein drehender Meißel (rotierend) an einem Gestänge in das Erdreich eingebracht. Je tiefer die Bohrung wird, um so mehr Gestängerohre werden als Verlängerung angeschraubt. Die einzelnen Gestängerohre haben dabei eine Länge von 9 m. Bei den Bohrungen werden etwa 50 - 250 Umdrehungen erreicht. Das Bohrgestänge hängt an einem Flaschenzug, der an der Turmkrone des 30 m - 40 m hohen Bohrturms hängt. Im Inneren des Bohrgestänges wird Spülflüssigkeit übertragen, die zum Austrag des Bohrkleins (aufgebohrtes Bodenmaterial) und zur Kühlung des Meißels verwendet wird. Die Bohrlochwand wird mit Zementschlamm verfestigt, um Futterrohr zu verankern und das Eindringen von ÖL und Gas zu verhindern. Nach dem Abschluß der Bohrungen wird ein Steigrohr installiert und mit Gummimanschetten gegen das umgebende Gebirge abgedichtet. Danach wird mit einer Perforationskanone (Stahlrohr mit mehreren Sprengladungen) die Öffnung zwischen der Erdgaslagerstätte und dem Steigrohr hergestellt. Das Erdgas tritt mit Überdruck in das Steigrohr und kann gefördert werden. Die Förderung erfolgt auf sogenannten Bohrinseln mit einer schwimmenden Plattform, auf welcher sich der Bohrturm befindet. Die Bohrinsel ist bis zu einer Wassertiefe von ca. 100m mit Stützbeinen und bis 300 m als Halbtaucher ausgebildet. Bei der Halbtaucherausführung ist aus Stabilitätsgründen der größere Teil unter Wasser und mit Ankern am Meeresgrund befestigt. Bis zu einer Wassertiefe von 3000m werden Bohrschiffe eingesetzt, die mittels computergesteuerter Schiffsantrieben auf Position gehalten werden.


Brenngas

Brenngase sind Gase oder Gasgemische die in einem ganz bestimmten Mischungsverhältnis mit Sauerstoff oder Luft brennbar sind. Sie werden hauptsächlich zur Wärmeerzeugung oder für industrielle Zwecke eingesetzt. Brenngas sind z.B. ErdgasPropanButanWasserstoff.


Brennwertgerät

Gasgerät zur Beheizung oder Warmwasserbereitung, in dem die fühlbare Wärme des Verbrennungsgases und zusätzlich Kondensationswärme des im Verbrennungsgas enthaltenen Wasserdampfes genutzt wird.