BHKW Förderung und Wirtschaftlichkeit

KWK-Anlagen sind für Gebäude mit einem kontinuierlich ganzjährigen und gleichzeitigen Strom- und Wärmebedarf, wie beispielsweise Krankenhäuser, Hotels, Schwimmbäder oder größere Wohngebäude, ausgelegt. Mit einem BHKW wird das eingesetzte ERDGAS besonders effizient für die zeitgleiche Erzeugung von Wärme und Strom genutzt. Dies wirkt sich positiv auf die Energiekosten aus. Unter günstigen Rahmenbedingungen kann ein BHKW auch für Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie Reihenhauszeilen wirtschaftlich sein, zum Beispiel dann, wenn die Warmwasserbereitung zentral über einen Speicher erfolgt.

KWK: Baustein für die kommunale Umsetzung der Energiewende

Ob ein BHKW für Ihr Projekt wirtschaftlich Sinn macht und die gewünschten Einsparungen erreicht werden können, ist vorab über eine sorgfältige und genaue Planung und Dimensionierung der KWK-Anlage sicherzustellen. Im Mittelpunkt der Planung steht die Ermittlung der richtigen Leistungsgröße. Innerhalb der Planung wird auch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung durchgeführt, bei der folgende Dinge beachtet werden sollten:

  • Leistungsbedarf und damit verbundene Anschaffungskosten der KWK-Anlage, die Kosten zusätzlicher Komponenten sowie die Wartungskosten
  • KWK Förderung
  • Erlöse aus der Stromerzeugung
  • Rückerstattung der Energiesteuer
  • EEG-Umlage auf eigenerzeugte Strommengen


Bei der Projektentwicklung, -planung und -umsetzung können oftmals Energieversorger zu Rate gezogen werden, die auch mit Contracting-Angeboten unterstützen.

Förderungen für das BHKW

Wer Wärme und Strom selbst erzeugt, vermeidet CO2 und spart Energie. Deshalb fördern Bund, Länder und zum Teil auch Energieversorger die Investition in die dezentrale Energieerzeugung mittels BHKW. Das wichtigste Förderinstrument ist das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG). Das BAFA und die KfW gewähren Zuschüsse bzw. günstige Kredite.

Mini-KWK Förderung für BHKW bis 20 kW elektrische Leistung
 

Über das Förderprogramm "Mini-KWK-Zuschuss bis 20 kWel" des BAFA erhalten Strom erzeugende Heizungen mit einer elektrischen Leistung bis 20 Kilowatt einen Investitionszuschuss. Für eine KWK-Anlage mit einer elektrischen Leistung von 1 Kilowatt beträgt die Basisförderung 1.900 Euro, für eine Anlage mit 20 kWel 3.500 Euro. Zusätzlich können besonders effiziente KWK-Anlagen einen Wärme- und/oder Stromeffizienzbonus erhalten.


Der Wärmeeffizienzbonus beträgt 25 Prozent der Basisförderung und wird für BHKW gewährt, die mit einem (zweiten) Abgaswärmetauscher zur Brennwertnutzung ausgestattet und an ein hydraulisch abgeglichenes Heizungssystem angeschlossen sind. Hierdurch werden die thermische Effizienz und damit der Gesamtwirkungsgrad des Blockheizkraftwerks verbessert.


Der Stromeffizienzbonus beträgt 60 Prozent der Basisförderung und wird für Anlagen mit einem besonders hohen elektrischen Wirkungsgrad gewährt.


Beispiel: Der SenerTec Dachs 2.9 mit 2,9 kWel und 7 kWth erhält eine Basisförderung von 2.200 Euro. Hinzukommt ein Wärmeeffizienzbonus, da ein Abgaswärmetauscher zur Brennwertnutzung integriert ist, i. H. v. 550 Euro.

Stromvergütung – KWK-Anlagen bis 50 kWel


Es gibt staatliche Zuschüsse nach dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG). Weil dezentral erzeugte Energie besonders umweltschonend ist, fördert der Staat jede Kilowattstunde selbst erzeugten Stroms – egal, ob diese selbst genutzt oder eingespeist wird.


Hinweis: Mit Inkrafttreten des Energie-Sammelgesetzes (EnSaG) zum 21.12.2018 haben sich Änderungen im Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) ergeben. So ist die Kumulierung mit Investitionszuschüssen nicht mehr zulässig. Vom Kumulierungsverbot ausgenommen sind KWK-Anlagen mit einer elektrischen Leistung bis einschließlich 20 kW, sofern der Fördergeber des Investitionszuschusses den Nachweis erbringt, dass auch bei der kumulierten Förderung eine Überförderung ausgeschlossen ist.


Die Höhe der so genannten KWK-Zulage ist abhängig von der Größe und vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme der KWK-Anlage. Neben der üblichen jährlichen Zahlung ist auch eine Einmalzahlung für Anlagen bis 2kWel möglich. Welche Wahl für Sie die beste ist, hängt von Ihrem persönlichen Jahresverbrauch ab. Höhe und Dauer des Zuschlags richten sich nach dem Zeitpunkt der Aufnahme des Dauerbetriebs der KWK-Anlage:


Ab dem 1. Januar 2016
 

  • Pauschalierte Einmalzahlung für fabrikneue Anlagen bis 2 kWel: 4,0 Cent/kWh für 60.000 Vollbenutzungsstunden (VBH; 4.800 Euro bei einer 2 kWel-Anlage)
  • Zuschlagssätze: 8,0 Cent/kWh für den in das allgemeine Stromnetz ausgespeisten KWK-Strom; 4,0 Cent/kWh für den im Objekt selbst verbrauchten KWK-Strom
  • Förderdauer: 60.000 VBH für fabrikneue KWK-Anlagen; 15.000 VBH (bei Investition > 25 <= 50 % der Neukosten) oder 30.000 VBH (bei Investition > 50 % der Neukosten) für modernisierte KWK-Anlagen

Alle Informationen dazu stellt Ihnen das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bereit, über das Sie auch die Förderung beantragen können.

Erstattung der Energiesteuer für KWK-Anlagen


Das Energiesteuergesetz (EnergieStG) hält spezielle steuerliche Ausnahmeregelungen bereit, die zu einer Befreiung oder zu einer Entlastung von der Energiesteuer führen. Für in Anlagen zur gekoppelten Erzeugung von Kraft und Wärme verwendete Energieerzeugnisse kann sowohl eine vollständige als auch eine teilweise Steuerentlastung gewährt werden:
 

  • Eine teilweise Steuerentlastung nach § 53a Abs. 1 oder Abs. 4 EnergieStG wird dann gewährt, wenn die KWK-Anlage sich nicht mehr im abschreibefähigen Zeitraum befindet oder nicht mehr hocheffizient ist.
  • Eine vollständige Steuerentlastung nach § 53a Abs. 6 EnergieStG kann gewährt werden, wenn die KWK-Anlage hocheffizient ist und sich im abschreibefähigen Zeitraum (10 Jahre) befindet.


Hinweis: Die vollständige Steuerentlastung ist aber nicht mit dem Zuschuss des BAFA-Mini-KWK-Programms kumulierbar, daher empfiehlt sich in der Regel die teilweise Erstattung.


Für das verbrauchte ERDGAS der KWK-Einheit kann so beim zuständigen Hauptzollamt ein Antrag auf Steuerentlastung gestellt werden. Voraussetzung nach dem Energiesteuergesetz (EnergieStG) ist, dass das BHKW mindestens 70 Prozent der eingesetzten Energie in Strom und Wärme umwandelt.


Zuständiges Hauptzollamt finden


Der Marktpreis macht den Unterschied


Wie kann der Strom wirtschaftlich genutzt werden? Einspeisen? Selbst verbrauchen? Beides? Das hängt von den Strommarktpreisen ab. Ausschlaggebend ist letztlich die variable Vergütung durch den Netzbetreiber.


KWK-Zulage: Einspeisen oder den Strom selbst nutzen

Zunächst müssen Sie für die Inbetriebnahme einer KWK-Anlage bei Ihrem Strom-Netzbetreiber eine Freigabe (Antrag für einen Netzanschluss (ANA) und den Betrieb einer Eigenerzeugungsanlage) beantragen. Wurde diese erteilt, können Sie selbst Strom erzeugen, den Sie dann nicht mehr über Ihren Stromversorger beziehen und bezahlen müssen. Zudem können Sie Strom ins Netz einspeisen, den Sie sich vergüten lassen können. Falls kein gesonderter Preis mit dem Netzbetreiber verhandelt wurde, gilt der "übliche Preis". Als "üblichen Preis" bezeichnet man den an der Leipziger Strombörse EEX erzielten durchschnittlichen Preis des Baseload-Stroms des vergangenen Quartals.


Der KWK-Index (übliche Preis) betrug für das 4. Quartal 2018 5,26 Cent/kWh. Für eine Wirtschaftlichkeitsberechnung ist es sinnvoll, sich an den Quartalspreisen eines längeren Zeitraums zu orientieren, um eine Über- oder Unterbewertung zu vermeiden. Hierzu können Sie den KWK-Index als Excel-Liste der EEX nutzen. Die letzten sechs Quartale wiesen als Durchschnittswert für den Baseload-Preis eine Höhe von 4,057 Cent/kWh auf.


Da ein BHKW dezentral Strom bereitstellt, werden aufseiten des zuständigen Netzbetreibers Netzkosten vermieden, die dem Betreiber des BHKW vergütet werden (Spanne von 0,5 bis 1,5 Cent/kWh). Die Berechnung erfolgt für große BHKW gemäß der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV). Für kleinere KWK-Anlagen besteht noch keine festgesetzte Vergütung. Hier kann der BHKW-Betreiber dem Netzbetreiber die Netzkosten in Rechnung stellen, die der zuständige Versorger als vorgelagerte Netzkosten angibt. Hinweis: Der Anspruch auf vermiedene Netzentgelte (vNE) entfällt laut Netzentgeltmodernisierungsgesetz  (NEMoG) ab 01.01.2023 für KWK-Anlagen, die ab diesem Datum in Betrieb genommen werden oder in eine nachgelagerte Netz- oder Umspannebene wechseln.


Die Vergütung des eingespeisten Stroms zu Marktpreisen liegt üblicherweise weit unter dem, was Sie selbst für den Strombezug pro Kilowattstunde zahlen müssen. Aktuell lohnt es sich daher zumeist nicht, den Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung ausschließlich für die Einspeisung zu erzeugen. Die Einspeisung lohnt sich jedoch immer dann, wenn mehr Strom erzeugt als benötigt wird, beispielsweise im Winter. Die Eigennutzung birgt, auch mit Blick auf den Energieausweis, viele Vorteile. Vor allem Modernisierer können mit selbst erzeugtem Strom sparen. Die ASUE bietet verschiedene Tools zur Wirtschaftlichkeitsberechnungen an.


Das folgende vereinfachte Rechenbeispiel zeigt, dass Sie bei der aktuellen Gesetzeslage mit der Eigennutzung des selbst erzeugten Stroms wesentlich günstiger fahren als mit einer Einspeisung ins Stromnetz.

Selbst produzierten Strom nutzen lohnt sich

BHKW mit Biomasse: Vergütung über EEG möglich


Eine Vergütung nach §§ 42 bis 44 EEG ist möglich, wenn das BHKW mit Biomasse – vor allem Biomethan-BHKW mit bilanziellem, zu Biomethan aufbereitetem und eingespeistem Biogas – im Sinne der Biomasseverordnung betrieben wird. Der Betreiber erhält dann eine etwas höhere Vergütung für jede eingespeiste Kilowattstunde:

  • bis einschließlich einer Bemessungsleistung von 150 Kilowatt 13,32 Cent pro Kilowattstunde
  • bis einschließlich einer Bemessungsleistung von 500 Kilowatt 11,49 Cent pro Kilowattstunde
  • bis einschließlich einer Bemessungsleistung von 5 Megawatt 10,29 Cent pro Kilowattstunde
  • bis einschließlich einer Bemessungsleistung von 20 Megawatt 5,71 Cent pro Kilowattstunde

 

EEG-Rabatt für Eigenstrom aus hocheffizienten KWK-Anlagen

Seit Anfang des Jahres 2018 mussten Anlagenbetreiber von KWK-Anlagen mit Inbetriebnahme nach dem 1. August 2014 zunächst die volle EEG-Umlage auf eigenverbrauchte Strommengen zahlen. Mit in Kraft treten des Energiesammelgesetz (EnSaG), das auch rückwirkend zum 01.01.2018 gilt, gelten folgende Regelungen:

  • KWK-Neuanlagen (Inbetriebnahme seit August 2014) mit einer Größe bis zu 1 MWel sowie über 10 MWel zahlen nur 40 Prozent der EEG-Umlage auf eigenverbrauchte Strommengen, wenn sie hocheffizient im Sinne des EU-Hocheffizienzkriteriums sind und der Jahresnutzungsgrad über 70 Prozent liegt. KWK-Neuanlagen mit Inbetriebnahme ab 2018 mit einer Größe bis zu 1 MWel sowie über 10 MWel zahlen weiterhin 40 Prozent der EEG-Umlage, wenn sie mit gasförmigen Brennstoffen betrieben werden, also z. B. keine Heizöl-BHKWs.
  • KWK-Neuanlagen in der stromintensiven Industrie zahlen 40 Prozent EEG-Umlage auf Eigenverbrauch.
  • Für KWK-Neuanlagen zwischen 1 und 10 MWel bleibt es bei 40 Prozent der EEG-Umlage, sofern die Anlagen hocheffizient im Sinne des EU-Hocheffizienzkriteriums sind, der Jahresnutzungsgrad über 70 Prozent liegt, gasförmige Brennstoffe eingesetzt werden und die Anlagen weniger als 3.500 Vollbenutzungsstunden im Jahr laufen. Bei Anlagen mit höherer Auslastung steigt die durchschnittliche Umlage kontinuierlich an, bis diese bei 7.000 Vollbenutzungsstunden das Maximum mit 100 Prozent erreicht. Eine Anlage mit 7.000 Vollbenutzungsstunden oder mehr erhält also in Summe keine Erleichterung bei der EEG-Umlage.

Für KWK-Neuanlagen zwischen 1 und 10 MWel, die zwischen dem 1. August 2014 und Ende 2017 errichtet wurden, gilt die Beschränkung auf KWK-Anlagen mit gasförmigen Brennstoffen nicht. Außerdem besteht eine abgestufte Übergangsregelung. Die Dauer dieser Übergangsregelung hängt vom Datum der Inbetriebnahme der Anlage ab:

  • Inbetriebnahme August 2014 – Dezember 2015: Regelung gilt bis 31.12.2018
  • Inbetriebnahme 2016: Regelung gilt bis 31.12.2019
  • Inbetriebnahme 2017: Regelung gilt bis 31.12.2020

Mehr dazu erfahren Sie in der Broschüre: EEG-Umlage auf eigenerzeugte Strommengen in KWK-Anlagen 2018.