Strom selbst erzeugen – Was Sie wissen sollten

Selbst erzeugten Strom einspeisen oder nicht? – Bei der Frage nach der Verwendung des selbst erzeugten Stroms handelt es sich weniger um eine philosophische Gretchenfrage, als um eine klare wirtschaftliche Abwägung. Ob Sie den Strom, den Sie mit Ihrer Strom erzeugenden Erdgas-Heizung produziert haben, selbst verbrauchen oder direkt in das Stromnetz einspeisen, hängt davon ab, was für Sie den größeren wirtschaftlichen Vorteil bringt. Für Ihre Entscheidung benötigen Sie verschiedene Informationen.

Für alle gleich: die KWK-Zulage

Es gibt staatliche Zuschüsse nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-G). Weil dezentral erzeugte Energie besonders umweltschonend ist, fördert der Staat jede Kilowattstunde selbst erzeugten Stroms – egal, ob diese selbst genutzt oder eingespeist wird. Die Höhe der so genannten KWK-Zulage ist abhängig von der Größe und vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme der KWK-Anlage. Bei kleineren Anlagen mit einer elektrischen Leistung von 2 kWel bis zu 50 kWel beträgt diese Zulage 5,41 ct/kWh.
 
Neben der üblichen jährlichen Zahlung ist auch eine Einmalzahlung denkbar. Welche Wahl für Sie die beste ist, hängt von Ihrem persönlichen Jahresverbrauch ab. Alle Informationen dazu stellt Ihnen das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bereit, über das Sie auch die Förderung beantragen. In Bezug auf die KWK-Zulage ist es also preislich kein Unterschied, wie Sie Ihren selbst erzeugten Strom nutzen.
 
 
 

Die Marktpreise machen den Unterschied

 
Wie nutzen Sie den Strom nun wirtschaftlich sinnvoll? Einspeisen? Selbst verbrauchen? Beides? Das hängt von den Strommarktpreisen ab. Ausschlaggebend ist letztlich die variable Vergütung durch die Netzbetreiber.

Die KWK-Zulage ist für alle gleich

Mit der Inbetriebnahme einer Strom erzeugenden Erdgas-Heizung schließen Sie auch einen Vertrag mit einem Anbieter Ihrer Wahl ab. Selbst erzeugten Strom müssen Sie natürlich nicht bezahlen. Eingespeisten Strom können Sie sich vergüten lassen. Mit dem Netzbetreiber können Sie verhandeln, was Ihr eingespeister Strom wert ist. Falls kein Preis verhandelt wurde, gilt der „übliche Preis“. Als „üblichen Preis“ bezeichnet man den an der Leipziger Strombörse EEX erzielten durchschnittlichen Preis des Baseload-Stroms des vergangenen Quartals.
 
Die Vergütung des eingespeisten Stroms zu Marktpreisen liegt üblicherweise weit unter dem, was Sie selbst für den Strombezug pro Kilowattstunde zahlen müssen. Aktuell lohnt es sich daher zumeist nicht, den Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung ausschließlich für die Einspeisung zu erzeugen. Die Einspeisung lohnt sich jedoch immer dann, wenn mehr Strom erzeugt als benötigt wird, beispielsweise im Winter. Die Eigennutzung birgt, auch mit Blick auf den Energieausweis, viele Vorteile. Vor allem Modernisierer können mit selbst erzeugtem Strom sparen.
 
Das folgende einfache Rechenbeispiel zeigt, dass Sie bei der aktuellen Gesetzeslage mit der Eigennutzung des selbst erzeugten Stroms wesentlich günstiger fahren als mit einer Einspeisung ins Stromnetz.

Selbst produzierten Strom nutzen lohnt sich

Da Sie bei der Eigennutzung des Stroms die Kosten für den Bezug der gleichen Strommenge von durchschnittlich 29 ct/kWh einsparen, ist die Einspeisung ins Stromnetz derzeit nicht empfehlenswert. Allerdings beabsichtigt der Gesetzgeber, die Einspeisung gegenüber der Eigennutzung in Zukunft besser zu stellen. Es ist also empfehlenswert, sich regelmäßig über Gesetzesänderungen zu informieren.