Flüssiggas: Eine Alternative für ländliche Regionen

Bei Flüssiggas denken die meisten vermutlich an einen Campingurlaub oder an eine an den Grill angeschlossene Propangasflasche. Mit Flüssiggas kann man aber auch heizen und kochen. Bislang spielt diese Heizenergie aber eher eine Nebenrolle.

Liquefied Petroleum Gas (LPG) – Flüssiggas – besteht aus Propan, Butan und deren Gemischen und fällt als Nebenprodukt bei der Erdölraffinierung an. Es ist bei normalem oder unter geringem Druck flüssig. Im Gegensatz zu Erdgas wird es nicht über Pipelines, sondern in Tankwagen zum Verbraucher transportiert. Flüssiggas ist nicht zu verwechseln mit flüssigem Erdgas – Liquefied Natural Gas (LNG).

Für wen eignet sich eine Flüssiggasheizung?


Flüssiggas ist keine leitungsungebundene Energie. Sie bietet sich deshalb besonders für Haushalte in ländlichen Regionen an, die bis dato nicht an das Erdgas-Netz angeschlossen sind. Immobilien, die bislang mit einer veralteten und ineffizienten Ölheizung versorgt werden, setzen mit dem Wechsel auf Flüssiggas auf eine umweltschonendere Alternative. Aber auch in Wasserschutz- oder Hochwassergebieten ist Flüssiggas eine gute Wahl, da es – anders als etwa Heizöl – nicht wassergefährdend ist.


Kein Netz? Dann Gastank!



Wenn kein Anschluss an das Gasnetz besteht, kann Flüssiggas eine gute Alternative sein. Denn die effizienten Gas-Technologien wie Gas-Brennwertheizung oder Blockheizkraftwerk lassen sich nach einer Umstellung der Brennerdüsen problemlos mit Flüssiggas betreiben. Um von den Vorteilen moderner Gas-Heizungen profitieren zu können, benötigen Sie einen Flüssiggastank. Diese Tanks sind in drei verschiedenen Größen erhältlich und können oberirdisch im Garten aufgestellt oder eingegraben werden. Flüssiggastanks stehen zur Miete und zum Kauf zur Verfügung. Zwischen dem Gastank und dem Haus bzw. der Heizung wird mit einer überschaubaren Maßnahme eine Rohrverbindung hergestellt.

Welche Flüssiggasheizungen gibt es?


Streng genommen gibt es gar keine Flüssiggasheizungen. Die etablierten Gas-Technologien Brennwertheizung, Gas-Wärmepumpe, Blockheizkraftwerk oder Hybridheizung können nach Austausch der Brennerdüsen komfortabel und effizient mit Flüssiggas betrieben werden. Auch die Einbindung Erneuerbarer Energien wie Solarthermie zur Heizungsunterstützung oder Photovoltaik zur Stromerzeugung sind möglich. Durch die innovative Gas-Heiztechnik und die Einbindung Erneuerbarer Energien kann Flüssiggas auch im Neubau eingesetzt werden.

 

Flüssiggas und Heizöl im Vergleich

Energiekosten

Der Preis für Flüssiggas liegt häufig unter dem Heizölpreis, unterliegt aber ähnlich großen Schwankungen. Genau wie bei Heizöl können Anbieter und Zeitpunkt des Einkaufs frei gewählt werden.

Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten

Flüssiggas und Erdgas lassen sich im Gegensatz zu Heizöl auch zum Kochen verwenden. Gasherde können nach Prüfung bzw. nach Austausch der Brennerdüsen mit Flüssiggas betrieben werden. Bei Gasöfen muss eventuell zusätzlich der Druckminderer ausgetauscht werden.

CO2- und Feinstaubemissionen

Auch Flüssiggas setzt bei der Verbrennung CO2 frei, aber weniger als Heizöl. Bei den Feinstaubemissionen liegen Gase weit vorn: Flüssiggas und Erdgas emittieren bei ihrer Verbrennung kaum Ruß und Asche.

Vorteil CO2-Emissionen

Die CO2-Emissionen sind bei einer Flüssiggasheizung geringer als bei einer Ölheizung.

Zukunftsfähigkeit


Seit 2018 ist Bio-LPG auf dem deutschen Wärmemarkt verfügbar. Gewonnen wird es als Nebenprodukt aus der Biodiesel-Produktion. Es kann konventionelles Flüssiggas ersetzen oder in beliebig hoher Menge begemischt werden. Ähnlich wie bei Heizöl ist nicht zu erwarten, dass der Bedarf an Flüssiggas in naher Zukunft zu 100% über regeneratives Bio-LPG gedeckt werden kann. Durch den Einsatz innovativer Gas-Technologien ist jedoch der Anschluss an die Zukunft gesichert. Denn seit Jahren steigen die Investitionen in den Ausbau der Gas-Infrastruktur, damit auch die ländlichen Regionen an das Gasnetz angeschlossen werden können. Dadurch können viele Heizungen, die heute noch mit Flüssiggas betrieben werden, in Zukunft Erneuerbares Erdgas wie zum Beispiel Biogas als Brennstoff nutzen, ohne dass die Heizungsanlage komplett ausgetauscht werden muss.