Einfach günstig: Heizungsrohre dämmen

Durch die zum Heizungssystem gehörenden Rohre wird das Heizungswasser und Warmwasser zu den verschiedenen Endabnehmern im Haus transportiert. Damit die Wärme nicht schon beim Verteilen verloren geht, sorgt eine sachgerechte Dämmung der verlegten Heizungsrohre dafür, dass das durchfließende Wasser seine Ausgangstemperatur beibehält. Die Rohrdämmung ist eine verhältnismäßig kostengünstige Optimierungsmaßnahme, die sich schnell amortisiert.

Heizungsrohre dämmen spart Heizkosten

Heizungsrohre verlaufen oft durch unbeheizte Kellerräume. Wärme geht verloren und dies spiegelt sich oft in hohen Heizkosten wider. Gerade im Altbau geht auf diese Weise viel Energie verloren. Dabei ist die Isolierung von Heizungsrohren und -armaturen nicht schwer und kann von Hausbesitzern selbst durchgeführt werden. Mit isolierten Rohrleitungen können die Wärmeverluste bei der Verteilung um bis zu 70 Prozent reduziert werden.

Dämmung der Heizungsrohre: Ersparnis

Mit einmaligen Investitionskosten von 50 bis 100 € kann in einem Einfamilienhaus (125 m2 Wohnfläche, Baujahr 1983, beheizt mit Erdgas) reichlich gespart werden.

Mit welchen Materialien können Heizungsrohre gedämmt werden?

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) regelt die Ansprüche an das richtige Dämmmaterial und die Durchführung der Rohrdämmung:


  • Mindestanforderungen an die Leitfähigkeit des Dämmmaterials
  • Mindestanforderungen an den Brandschutz

 

Folgende Materialien für Rohrummantelungen werden angeboten:


  • Kunststoffaufschäumungen aus Polyurethan oder Polyethylen
  • Künstlicher oder natürlicher Kautschuk
  • Glas-, Mineral oder Steinwolle
  • ökologische Dämmmaterialien z. B. Zellulose, Hanf, Holzfasern, Flachs, Kork, Wolle

 

Wie anpassungsfähig müssen diese Dämmstoffe sein?
 

  • Dämmstoffstärke sollte dem Rohr-Durchmesser entsprechen, aber zu den vorliegenden Installationskanälen bzw. -schächten passen
  • müssen Richtungsänderungen von bis zu 45 Grad ermöglichen
  • der Anwendung im Außen- oder Innenbereich entsprechen (Unterschiede in der Außentemperatur und mögliche Wettereinflüsse)
  • Diffusionsfähigkeit: Ermöglichung des Feuchtigkeitsaustauschs zwischen Rohr und Dämmmaterial und ggf. zwischen Dämmung und Mauerwerk
  • Passung zum zu dämmenden Rohrmaterials (Metall oder Kunststoff)
  • Ansprüche an die Befestigungsmaterialien wie z. B. Korrosion von Metallschellen
  • Temperaturbeständigkeit

Nach Energieeinsparverordnung (EnEV) ist eine Nachrüstung der Rohr-Isolierung verpflichtend.

 

Nachrüstpflicht im Gebäudebestand – Standard im Neubau

Alle wärmeführenden Leitungen in Ein- und Mehrfamilienhäusern müssen mit einer 100 Prozent Isolierung gedämmt werden – heißt, dass die Dämmschicht etwa so dick sein muss wie der Rohrdurchmesser. Die entsprechenden Anforderungen an das Material werden je nach Anwendungsfall von der EnEV vorgegeben.

Welche Kosten können für eine Rohrdämmung anfallen?


Je nach gewählten Dämmmaterial können pro laufenden Meter etwa 2 bis 4 Euro anfallen – wobei die Preise steigen, je größer die Dämmschichtdicke, der Durchmesser innen und exklusiver das Material ist. Hinzu kommen noch eventuelle Kosten für benötigte Befestigungsmaterialien. Insgesamt kostet das Material für einen Meter dann etwa 3 bis 10 Euro.


In einem Einfamilienhaus aus den 80er Jahren mit einem Zweirohrsystem mit etwa 22,5 m unisoliertem Rohr entstehen Verteilverluste im unbeheizten Bereich in Höhe von etwa 265 kWh pro laufendem Meter Rohr im Jahr.

 

Gedämmte Heizungsrohre und Heizungsarmaturen sparen dagegen pro Meter Rohr bis zu 200 kWh ein. Bei Energiekosten i. H. v. bspw. 7 Cent/kWh können bis zu 14 Euro im Jahr eingespart werden. Diese Optimierungsmaßnahme lohnt sich auch schon bei wenigen Metern und könnte sich bereits nach einer Heizperiode amortisieren. Weitere Rechenbeispiele finden Sie unter co2online.de.

Warum ist die Dämmung von Trinkwasserrohren besonders wichtig?


Im Falle der Isolierung von Trinkwasserrohren steht nicht nur die Energieeffizienz und Schallreduzierung im Fokus, sondern sie hat auch hygienische Gründe. Das kalte Trinkwasser muss vor der Erwärmung durch danebenliegende warme Rohrleitungen geschützt werden um eine Legionellenbildung und Keimbelastung zu vermeiden. Das warme Trinkwasser dagegen muss vor einem ungewünschten Abkühlen geschützt werden. Legionellen können sich in ungedämmten Brauchwasser-Rohrleitungen bilden und gedeihen besonders gut, wenn das Wasser länger steht und zwischen 25 und 45 Grad Celsius warm ist. Wer mit Legionellen belasteten Wasser z. B. duscht, kann über Aerosole Legionellen-Bakterien einatmen. Dies kann zur sogenannten Legionärskrankheit, einer schweren Lungenentzündung führen. Informationen zum Arbeitsblatt W 551 des DVGW sowie zur hygienischen Warmwasserbereitung in Nichtwohngebäuden finden Sie auf gewerbegas.info.