Gut beraten kann jeder Energie sparen

Auf was muss geachtet werden, wenn man eine Bestandsimmobilie kauft?

 
Sie haben das Recht, vom Verkäufer einen gültigen Energieausweis einzufordern. Zusätzlich sollten Sie sich die Heizkosten-Verbrauchsabrechnung der letzten drei Jahre zeigen lassen. Zur Orientierung können Sie den Verbrauch auf die Quadratmeter der beheizten Wohn- und Nutzfläche mit dem derzeitigen Verbrauch vergleichen. Sollten diese Werte stark abweichen oder ca. 200 kwh/m² erreichen, rate ich, einen Fachmann zu kontaktieren, um eine professionelle Analyse durchführen zu lassen.

 

Welche Pflichten haben Hausbesitzer nach der EnEV?

 
Die EnEV – Energieeinsparverordnung – gibt einige Nachrüstverpflichtungen vor. So müssen beispielsweise ungedämmte obere Geschossdecken wärmegedämmt werden (auch Dachbodendämmung genannt). Weiterhin müssen alle Heizung- und Warmwasserleitungen innerhalb nicht beheizter Bereiche wärmegedämmt werden. Heizungspumpen müssen selbstregelnd und seit dem 1. Januar 2015 dürfen Heizkessel nicht älter als 30 Jahre sein. Die EnEV kennt einige Ausnahmen, diese betreffen vorwiegend selbstgenutzte Einfamilienhäuser, die vor dem 1. Februar 2002 selbst bewohnt wurden.
 

Gibt es eine optimale Reihenfolge bei einer Sanierung?

 
Die gibt es nicht und es kommt auf die Bausubstanz der Immobiliensowie den Zustand der Bauteile, wie Fenster, Fassade und Heizung an. Wenn der Putz von der Fassade fällt, ist es naheliegend, diese zu erneuern. Meist lohnt sich in diesem Zusammenhang die Dämmung der Fassade. Läuft der alte Heizkessel nicht mehr rund, bietet sich der Einbau einer modernen Heizung an. Sind allerdings alle Bauteile in einem noch nutzbaren Zustand, dann würde ich immer die Maßnahme empfehlen, die das beste Verhältnis zwischen Investition und Einsparung bringt. Ein durchdachter Sanierungsfahrplan kann Ihnen erheblich Geld sparen.
 

Heizkessel müssen nach spätestens 30 Jahren ausgetauscht werden. Was aber, wenn man das Alters des Kessels nicht genau kennt?

 
Schauen Sie als erstes auf den letzten Prüfbericht des Schornsteinfegers, meist finden Sie hier Hersteller, Typ und Baujahr des Heizkessels. Auch den Wartungsberichten des SHK-Handwerkers sollten Sie diese Daten entnehmen können. Auf jedem Heizkessel ist ein Typenschild angebracht, auf dem das Baujahr des Heizkesselvermerkt ist. Sollten Sie diese Daten nicht finden sein, fragen Sie Ihren zuständigen Schornsteinfeger oder ihre Wartungsfirma.
 

Wenn einem Hausbesitzer Angebote für eine neue Heizung vorliegen, wonach sollte er entscheiden?

 
Vorab, alle in Deutschland zugelassenen Heizkessel müssen einen hohen Sicherheitsstandard erfüllen. Unterschiede gibt es beim Energieträger, der Energieeffizienz, der Handhabung und im Kundenservice. Ab September 2015 müssen neue Heizungen mit einen Energieeffizienz-Label ausgestattet sein, das kann die Entscheidung erleichtern. Leider lässt das Label nur bedingt Rückschlüss über die Höhe der späteren Heizkostenverbrauchsabrechnung zu. Denn die richtige Heizung muss zum Haus, seinen Bewohnern und deren Bedürfnissen passen.

Schritt für Schritt zum sanieren Eigenheim: Lesen Sie mehr zu diesem Thema in "Gezielt sanieren".