Kraftstoff ERDGAS – die Fakten

Was ist ERDGAS?

ERDGAS ist ein Brennstoff, der in Deutschland vielfältige Anwendung zum Heizen, Kochen, Autofahren und in der Industrie findet. Es besteht zu überwiegendem Teil aus Methan sowie anderen Kohlenwasserstoffen und enthält nur geringe Anteile von Stickstoff und Kohlendioxid, weswegen es weitestgehend sauber verbrennt. Im Gegensatz zu Erdöl muss ERDGAS nach der Förderung nicht aufwendig aufgearbeitet werden und ist auch als regenerativer Energieträger verfügbar. Sowohl BIO-ERDGAS als auch synthetisches ERDGAS sind grüne Alternativen auf dem Weg zur Energiewende.
 
 

Was ist CNG?

 
CNG steht für Compressed Natural Gas und heißt nichts anderes als komprimiertes ERDGAS. In dieser Form wird es zum Tanken angeboten. Die Abkürzung CNG findet sich international an allen Erdgastankstellen.
 
 

Was ist der Unterschied zwischen H-Gas und L-Gas?

 
In Deutschland sind zwei Erdgassorten gebräuchlich: "H-Gas" (high-calorific gas) und "L-Gas" (low-calorific-gas). Die Angaben „H“ und „L“ stehen für den Methananteil im ERDGAS, der je nach Herkunft des Gases verschieden ist. H-Gas hat aufgrund des größeren Methananteils einen höheren Heizwert und verbrennt sauberer. Es ist in Deutschland am weitesten verbreitet. L-Gas wird beispielsweise in Niedersachsen gefördert und ist in Norddeutschland an den Tankstellen verfügbar. Beim Tankvorgang macht die Sorte keinen Unterschied – wohl aber in der Reichweite einer Tankfüllung. Da der Preis von ERDGAS nach dem Heizwert berechnet wird, ist L-Gas an der Tankstelle etwas billiger. Im Jahr 2014 begann die schrittweise Umstellung der Versorgungsnetze auf H-Gas, da die L-Gas-Vorkommen zur Neige gehen. Bis zum Jahr 2030 soll diese abgeschlossen sein. Ganz Deutschland wird dann mit dem effizienten H-Gas versorgt.
 

 

Wie lange reichen die weltweiten Erdgasvorräte und woher kommen sie?

 
ERDGAS kommt in nahezu jedem Teil der Erde als natürliche Ressource vor. Die bisher erschlossenen fossilen Erdgasvorkommen reichen laut Experten noch für mindestens 70 Jahre – bei gleichbleibendem Verbrauch. Allerdings werden zunehmend neue Vorkommen entdeckt und erschlossen. Die Versorgung ist damit noch über viele Generationen gesichert. Gleichzeitig sorgen BIO-ERDGAS und synthetisches ERDGAS, das aus überschüssiger Wind- und Solarenergie gewonnen wird, für zusätzliche Zukunftssicherheit.
   
Der Vergleich mit dem Energieträger Erdöl – von dem der deutsche Verkehrssektor bislang zu über 95 Prozent abhängig ist – verdeutlicht das zusätzliche Potenzial von ERDGAS. Legt man allein die  aktuellen Fördermengen zugrunde, ergeben sich globale Reichweiten für Erdöl von rund 40 Jahren. Anders als bei ERDGAS sind in 90 Prozent der Ölförderländer die Fördermaxima bereits nachweislich überschritten. Auch zeigt sich schon seit den 1960er Jahren ein Rückgang der jährlichen Erdölneufunde, seit 1981 liegen sie unter dem tatsächlichen Verbrauch.
   
Zu den wichtigsten Bezugsquellen von ERDGAS zählen heute Norwegen, die Niederlande, UK, Deutschland und Russland. Global steigt die Zahl der Förderländer, die verflüssigtes ERDGAS (LNG) nach Europa exportieren.
 

 

Was ist BIO-ERDGAS und kann es wie ERDGAS verwendet werden?

 
BIO-ERDGAS ist erneuerbares ERDGAS und wird für den heimischen Markt hauptsächlich aus Bioabfällen gewonnen. Ausgang für die Produktion ist Biogas, das in einem zweiten Verfahrensschritt auf Bio-Erdgas-Qualität aufbereitet wird. Ist dieser Prozess abgeschlossen, wird das BIO-ERDGAS in das Erdgasnetz eingespeist. BIO-ERDGAS kann ohne Leistungsverlust problemlos in alle Erdgasfahrzeuge getankt werden.

BIO-ERDGAS ist ein vollwertiger Ersatz für ERDGAS. Dadurch wird die ohnehin schon gute Umweltbilanz dieses Kraftstoffs noch weiter verbessert: Laut dena sinken bei der Nutzung von reinem BIO-ERDGAS die CO2-Emissionen um bis zu 97 Prozent gegenüber Benzinern. Schon heute wird an vielen Tankstellen BIO-ERDGAS dem konventionellen ERDGAS beigemischt oder als eigener Kraftstoff angeboten.
 
 

Worin unterscheidet sich ERDGAS von Flüssigas bzw. Autogas?

 
Flüssiggas bzw. Autogas (LPG: Liquefied Petroleum Gas) ist ein Gemisch aus Propan und Butan, das als Nebenprodukt bei der Erdölraffinierung anfällt. Autogas hat ein höheres Molekulargewicht als ERDGAS und ist deshalb fast doppelt so schwer wie Luft.
   
ERDGAS hingegen, ist aufgrund seines hohen Wasserstoffanteils leichter als Luft und verflüchtigt sich im Fall eines Austritts schnell in der Atmosphäre. Als Kraftstoff sind ERDGAS und Autogas nicht untereinander austauschbar – unterschiedliche Tankstutzen an den Fahrzeugen verhindern eine Verwechslung.

Flüssiggas wird in Litern verkauft und hat pro Verkaufseinheit einen deutlich geringeren Energiegehalt als ERDGAS, welches in Kilogramm verkauft wird, daher können die Preise an der Tankstelle nicht direkt miteinander verglichen werden.
 
 

Was bedeutet "monovalent" und "bivalent" beim Erdgasauto?

 
Grundsätzlich gibt es monovalente (mono-fuel) und bivalente (bi-fuel) Fahrzeuge. Monovalent bedeutet, dass der jeweilige Autotyp auf eine bestimmte Kraftstoffart hin optimiert ist. Im Falle von ERDGAS erreichen die Fahrzeuge, die ausschließlich mit diesem Kraftstoff betrieben werden, eine bessere Leistung und einen sparsameren Verbrauch als ihr bivalentes Pendant. Sie haben allenfalls einen kleinen Nottank mit Benzin an Bord.
 
Der Begriff "bivalent" kennzeichnet Fahrzeuge, die regelmäßig mit zwei Kraftstoffen betrieben werden. Erdgasautos können auf diese Weise eine höhere Reichweite ohne Tankstopp erreichen. Je nach Ausführung ist eine manuelle oder eine automatische Umstellung vorgesehen. Für welche Variante sich ein Verbraucher entscheidet, hängt demzufolge von der geplanten Hauptnutzung ab.
 
 

Warum geben Automobilhersteller den Verbrauch von Erdgas-Fahrzeugen in Kubikmetern pro 100 Kilometer an?

 
Hier stiften unterschiedliche Verordnungen auf europäischer und nationaler Ebene Verwirrung. Die Typzulassung für den Europäischen Automobilmarkt ist nur mit der Angabe von Kubikmetern pro 100 Kilometer möglich. Es handelt sich dabei jedoch nicht um Normkubikmeter ERDGAS, wie gewöhnlich in der deutschen Gaswirtschaft verwendet, sondern um einen Kubikmeter eines speziellen Prüfgasgemisches bei 15 °C, das in der Praxis eine Dichte von 0,654 kg/m³ aufweist.

An deutschen Tankstellen darf nach dem Eichgesetz komprimiertes ERDGAS aber nur in Kilogramm, nicht in Kubikmetern, verkauft werden. Die Kubikmeterangabe ist daher für Verbraucher irreführend. Der für die Praxis interessante Verbrauchswert eines Erdgasfahrzeugs in kg/100 km ergibt sich durch Multiplikation des Kubikmeterverbrauchswerts mit der Dichte von 0,654. Dieser Wert ist auf den Energiegehalt von H-Gas abgestimmt und kann bei L-Gas dementsprechend höher ausfallen.    
   
Eine Übersicht aller Verbrauchs- und Emissionswerte der für Deutschland zugelassenen Fahrzeuge als PDF-Datei finden Sie zum Download beim Kraftfahrt-Bundesamt.
 
 

Weitere Fakten zu ERDGAS als Kraftstoff

ERDGAS ist ein günstiger Kraftstoff. Auch an den Kfz-Steuern kann deutlich gespart werden.
Der alternative Kraftstoff verbrennt sauberer als herkömmliche Kraftstoffe und ist somit umweltschonend. ERDGAS ist ungiftig und die Tanks in einem Erdgas-Fahrzeug zählen zu den stabilsten Komponenten – ERDGAS ist sicher. Leistungsverluste gegenüber herkömmlichen Fahrzeugen entstehen bei den heutigen Serienfahrzeugen mit Erdgasantrieb nicht mehr. Und bei über 900 Tankstellen in Deutschland liegt die nächste Erdgas-Tankstelle meist auf dem Weg.
ERDGAS: Krafstoff für saubere Mobilität

Wenn Sie mehr über den alternativen Kraftstoff und Erdgas-Fahrzeuge wissen möchten: In unserer Broschüre zur Erdgasmobilität haben wir die Informationen für Sie aufbereitet.

Alle Fakten rund um ERDGAS als Kraftstoff, zur Wirtschaftlichkeit und Reichweite von Erdgas-Fahrzeugen und zur gut ausgebauten Infrastruktur erhalten Sie auch zum Download.