Kraftstoff Erdgas – die Fakten

Was ist Erdgas?

Erdgas ist ein Naturprodukt. Es umfasst alle gasförmigen Kohlenwasserstoffverbindungen, die aus der Erde stammen und brennbar sind. Erdgas besteht aus mindestens 85 Volumenprozent Methan sowie bis zu zehn Prozent Stickstoff und Kohlendioxid. Den Rest bilden langkettige Alkane wie Ethan, Propan und Butan. Erdgas gehört ebenso wie Erdöl und Kohle zu den natürlich brennbaren organischen Rohstoffen.

 

 

Was ist CNG?

 

CNG steht für Compressed Natural Gas und heißt nichts anderes als komprimiertes Erdgas. Durch die Verdichtung auf 200 bar kann genügend Energie im Fahrzeug gespeichert werden, um Reichweiten analog zu Benzinfahrzeugen zu erhalten. Die Komprimierung erfolgt an den Erdgas-Tankstellen, wo es durch einen Überdruck in den Fahrzeugtank strömt.

 

 

Was ist der Unterschied zwischen H-Gas und L-Gas?

 

In Deutschland gibt es zwei Erdgas-Beschaffenheiten: "H-Gas" (High-Gas) und "L-Gas" (Low-Gas). Das H-Gas-Netz ist fast bundesweit ausgebaut, während L-Gas überwiegend in Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen verfügbar ist. Der Unterschied liegt bei den Energiegehalten, was sich auf den Verbrauch und damit auf die Reichweite der Erdgas-Fahrzeuge auswirkt. Für den VW Caddy Maxi TGI beträgt die Reichweite mit L-Gas rund 740 statt 860 Kilometer (H-Gas). Verbraucher zahlen dafür an der Tankstelle für L-Gas weniger als für H-Gas. Bundesweit ist die Auszeichnung der Gas-Beschaffenheit an Erdgas-Tankstellen in der 10. Bundesimmissionsschutzverordnung geregelt. Beide Gas-Beschaffenheiten sind kein Merkmal für die Qualität des Kraftstoffes. Fahrzeug-Sensoren erkennen nach der Betankung, ob H- oder L-Gas getankt wurde und stellen die Einblasmenge sowie die Zündzeitpunkte automatisch ein.

Durch die 2014 begonnene schrittweise Marktraum-Umstellung der Versorgungsnetze auf H-Gas, wird ab 2030 ganz Deutschland mit H-Gas versorgt.

 

 

Wie lange reichen die weltweiten Erdgas-Vorräte und woher kommen sie?


Erdgas kommt in nahezu jedem Teil der Erde als natürliche Ressource vor. Die bisher erschlossenen fossilen Erdgas-Vorkommen reichen laut Experten noch für mindestens 70 Jahre – bei gleichbleibendem Verbrauch. Allerdings gibt es nach wie vor bekannte und noch nicht erschlossene Reserven und zudem werden auch immer noch neue Vorkommen entdeckt und neue Fördertechnologien entwickelt. Die Versorgung ist damit langfristig und über viele Generationen gesichert. Gleichzeitig wird die Produktion von Biogas zunehmend gesteigert. Für zusätzliche Zukunftssicherheit sorgt ein weiterer regenerativer Kraftstoff: synthetisches Erdgas, welches aus überschüssiger Wind- und Solarenergie gewonnen wird.


 

Was ist Biogas und wie entsteht es?

 

Biogas ist der regenerative Zwilling von Erdgas und wird in Deutschland hauptsächlich aus Bio-Abfällen gewonnen. Basis für diesen Energieträger ist Roh-Biogas, welches in einem zweiten Verfahrensschritt auf Biogas-Qualität aufbereitet wird. Ist dieser Prozess abgeschlossen, wird das Biogas in das Erdgas-Netz eingespeist. Dieses kann von jedem Erdgas-Fahrzeug ohne technische Anpassungen am Fahrzeug und den bestehenden Erdgas-Tankstellen in beliebiger Höhe getankt werden.

 


Wie kann das regenerative Biogas dem fossilen Erdgas beigemischt werden?


Erdgas kann zu 100 Prozent durch Biogas substituiert werden. Dadurch kann die sowieso schon gute Umweltbilanz noch weiter verbessert werden: Laut dena sinken bei einem 100-prozentigen Einsatz von Biogas die CO2-Emissionen bis zu 100 Prozent gegenüber Benzinern. Schon heute wird an vielen Tankstellen Biogas angeboten.

 

 

Worin unterscheidet sich Erdgas von Flüssiggas bzw. Autogas?

 

Flüssiggas bzw. Autogas (LPG: Liquefied Petroleum Gas) ist ein Gemisch aus Propan und Butan, das als Nebenprodukt bei der Erdöl-Raffinierung anfällt. Da beide Kohlenwasserstoffe anteilig aus mehr Kohlenstoffatomen bestehen als Erdgas, fällt der CO2-Vorteil bei der Verbrennung geringer aus als bei Erdgas. Autogas hat zudem ein höheres Molekulargewicht als Erdgas und ist deshalb fast doppelt so schwer wie Luft. Im Fall einer Leckage kann sich ein entzündliches Kraftstoff-Luftgemisch am Boden sammeln.


Erdgas ist dagegen aufgrund seines hohen Wasserstoffanteils leichter als Luft und verflüchtigt sich im Fall eines Austritts in der Atmosphäre. Als Kraftstoff sind Erdgas und Autogas nicht untereinander austauschbar – unterschiedliche Tankstutzen an den Fahrzeugen bzw. unterschiedliche Zapfkupplungen an den Tankstellen verhindern eine Verwechslungsgefahr.

Flüssiggas wird in Litern verkauft und hat pro Verkaufseinheit nur die Hälfte des Energiegehalts von Erdgas, welches in Kilogramm verkauft wird. Daher können die Preise an der Tankstelle nicht direkt miteinander verglichen werden.

 

 

Was bedeutet "monovalent" und "bivalent" beim Erdgas-Auto?


Die herkömmlichen Fahrzeuge, die entweder mit Benzin- oder Dieselkraftstoff angetrieben werden, sind typische monovalente Fahrzeuge, d. h. sie können nur mit einem Kraftstoff betankt werden. Monovalente Erdgas-Fahrzeuge können dementsprechend mit CNG betankt werden und haben lediglich einen kleinen Benzin-Tank an Bord, um die Strecke zur nächsten Erdgas-Tankstelle zu überbrücken.


Bivalente Erdgas-Fahrzeuge haben i. d. R. einen vollwertigen Benzin-Tank und erreichen so eine Gesamtreichweite von knapp 1.000 km. Diesel scheidet als Zweit-Kraftstoff neben CNG in Pkw-Motoren aus, da es durch Druck und Wärme selbst zündet. Moderne Erdgas-Fahrzeuge starten und fahren automatisch immer mit dem preiswerten und umweltschonenden CNG, sofern die Gas-Behälter gefüllt sind. Das Fahrzeug schaltet erst dann auf Benzin um, wenn der Erdgas-Tank leer ist. Nach der Erdgas-Betankung wird der Motor wieder automatisch mit CNG betrieben.


Moderne Erdgas-Motoren sind auf die höhere Klopffestigkeit von Erdgas mit ca. 130 Oktan ausgelegt, das heißt, sie nutzen die vollen Potenziale des effizienten Kraftstoffs bspw. durch eine höhere Verdichtung. Bei einer höheren Infrastruktur-Dichte könnten die Hersteller sogar vollständig auf Benzin als zweiten Kraftstoff im Fahrzeug verzichten. In diesem Fall könnte man die Verdichtung der Gas-Motoren kompromisslos erhöhen, was eine noch höhere Effizienz mit sich bringen würde. Nutzfahrzeuge und Busse fahren ausschließlich mit CNG.

Weitere Fakten zu Erdgas als Kraftstoff

Erdgas ist ein günstiger Kraftstoff. Auch an den Kfz-Steuern kann deutlich gespart werden.

Der alternative Kraftstoff verbrennt sauberer als herkömmliche Kraftstoffe und ist somit umweltschonend. CNG ist ungiftig und die Tanks in einem Erdgas-Fahrzeug zählen zu den stabilsten Komponenten – Erdgas ist sicher. Leistungsverluste gegenüber herkömmlichen Fahrzeugen entstehen bei den heutigen Serienfahrzeugen mit Erdgas-Antrieb nicht mehr. Und bei rund 850 Tankstellen in Deutschland liegt die nächste Erdgas-Tankstelle meist auf dem Weg.

CNG: Kraftstoff für saubere Mobilität

Wenn Sie mehr über den alternativen Kraftstoff und Erdgas-Fahrzeuge wissen möchten: In unserer Broschüre zur Erdgas-Mobilität haben wir die Informationen für Sie aufbereitet.

Alle Fakten rund um CNG

Alle Fakten rund um Erdgas als Kraftstoff, zur Wirtschaftlichkeit und Reichweite von Erdgas-Fahrzeugen und zur gut ausgebauten Infrastruktur erhalten Sie auch zum Download.

Viele Gründe sprechen für Erdgas als Kraftstoff

Es gibt viele Gründe sich für einen alternativen Antrieb zu entscheiden. Unter anderem die breite Palette an Erdgas-Fahrzeugen vom Stadtflitzer und der Limousine bis Lkw und Bus.