Sauber fahren: CNG- oder Elektro-Fahrzeuge

E-Mobilität befindet sich in aller Munde und ist der am meisten gehypte alternative Antrieb. Statt mit Verbrennungsmotoren werden E-Autos von einem Elektromotor angetrieben, der wiederum mit Strom aus Batterien gespeist wird. Dabei funktioniert der Elektromotor wie ein Generator – nur umgekehrt: Er wandelt Strom in eine Bewegung um. Bei CNG-Fahrzeugen entspricht der Motor einem speziell für ERDGAS entwickelten und optimierten Ottomotor, der anstatt mit Benzin oder Diesel hauptsächlich mit ERDGAS oder BIO-ERDGAS angetrieben wird.


Auch wenn es gern so dargestellt wird: Die Idee der Elektromobilität resultiert nicht aus dem Klimawandel. Die Geschichte des Elektroautos begann in den 1830er Jahren und um etwa 1900 wurde eine kleine Serien von Elektro-Fahrzeugen produziert, die jedoch von technisch ausgereifteren Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor verdrängt wurden. Ähnlich früh begann die Entwicklung des Gasautos: 1867 wurde der erste Gasmotor auf der Pariser Weltausstellung vorgestellt. Weltweit wurden Gasfahrzeuge gefahren und bis in die 1950er Jahre mit Biogas, ERDGAS oder Koksgas betrieben.

Lohnt sich ein Elektro-Fahrzeug?

 

Trotz hoher Förderungen und staatlicher Subventionen sind Elektroautos in der Anschaffung teuer. Der Kaufpreis reicht von ca. 23.000 € für einen Kleinwagen mit rund 160 km Reichweite bis zu über 100.000 € für einen Tesla mit mehr als 500 km Reichweiten. Hinzu kommen langfristig laufende Kosten für die Miete der Batterie oder weitere einmalige Kosten für den Kauf der Batterie. Bei der Kfz-Steuer wiederum sparen Elektroauto-Besitzer: In den ersten zehn Jahren muss diese nicht gezahlt werden.

Etwa 100.000 Erdgas-Fahrzeuge sind zurzeit in Deutschland unterwegs. Die Anschaffungskosten für einen mit ERDGAS betriebenen Pkw liegen ca. 1.500 bis 3.500 € über den Kosten für benzinbetriebene Fahrzeuge. Im Vergleich zu Diesel-PkW gibt es aufgrund der aufwendigen Abgasnachbehandlungstechnik kaum noch eine Preisdifferenz gegenüber ERDGAS. Aufgrund der günstigen Kraftstoffkosten amortisieren sich die Mehrkosten rasch. Und auch bei der KfZ-Steuer können Erdgasautos punkten: Durch den geringen CO2-Ausstoß pro Kilometer reduzieren sich die jährlichen Steuerkosten deutlich.


Das Problem mit der Reichweite und der Ladesäulen-Infrastruktur


Bei der Elektromobilität steht vor allem die Reichweite im Fokus. Entscheidend für die Reichweite sind die Menge an mitgeführter Energie und der Energieverbrauch. Die Energiedichte der Batterien ist nicht besonders hoch, sodass vergleichsweise wenig Strom mitgeführt werden kann. Weniger Strom bedeutet automatisch weniger Reichweite. Hinzu kommt, dass bereits beim Laden des Autos Verluste entstehen. Anders als bei einem Verbrennungsmotor kann die Reichweite also nicht nach dem Tankvolumen berechnet werden, sondern ist für den Fahrer erst auf dem Bordcomputer ersichtlich. Die gängigen Elektro-Fahrzeuge schaffen Reichweiten von durchschnittlich bis zu 250 km mit einer Tankladung. Für Stadtfahrten sind diese Reichweiten völlig ausreichend. Für lange Fahrten muss jedoch jeder Ladegang gut geplant werden. Hinzu kommt eine unzureichende, öffentlich zugängliche Lade-Infrastruktur von etwa 17.400 Stromtankplätzen (Stand: März 2019, Quelle: BDEW – entspricht etwa 8.700 Ladesäulen) mit unterschiedlichen Ladestandards und Lademöglichkeiten. Die Suche nach einer freien Lädesäule vor der eigenen Haustür, der Arbeitsstätte oder am Reiseziel kann zur Herausforderung werden.


Die mitgeführte Energie in einem Erdgasauto ist deutlich höher als bei einem Elektro-Fahrzeug. Durchschnittlich werden Reichweiten von ca. 450 km mit einer Tankfüllung erreicht. Viele Erdgas-Fahrzeuge werden zudem bivalent betrieben, d. h. die Fahrzeuge haben zusätzlich einen kleinen Benzintank an Bord. Dadurch erhöht sich die Reichweite auf bis zu 1.000 km. Das deutsche Erdgas-Tankstellennetz ist bundesweit mit rund 850 Tankstellen ausreichend ausgebaut.

Einmal volltanken bitte – Was kostet das?


Wie teuer eine Aufladung eines Elektroautos ist, lässt sich nicht so einfach beantworten. Wer Zuhause oder beim Arbeitgeber über eine eigene Stromversorgung aufladen kann, zahlt den gleichen Preis wie beim Haushaltsstrom, also etwa 30 Cent pro kWh. Anders sieht das bei öffentlichen Ladestationen aus, da diese zum Teil nach Zeit, pro Ladung und Ladeleistung abrechnen. An öffentlichen Ladesäulen sind verschiedene Tarifstrukturen, unterschiedliche Bezahlmodelle und Anbieter von Ladekarten vorzufinden. Eine Tankladung für ein Elektro-Fahrzeug mit einer 41 kWh großen Batterie an der heimischen Haushaltssteckdose oder an einer Wallbox kostet etwa 12 Euro. Im öffentlichen Raum kann eine Tankladung, je nach Tarif, aber schon mal bis zu 35 Euro kosten. Grundsätzlich gilt: Je schneller geladen werden kann, desto teurer ist das Stromtanken. Wer aber die größte Reichweite mit der schnellsten Ladezeit kombinieren kann, tankt am günstigsten.


Durch den hohen Energiegehalt ist ERDGAS im Vergleich zu den konventionellen Kraftstoffen und zu Autogas günstiger. Eine Tankfüllung kostet durchschnittlich 15 bis 20 Euro und reicht für bis zu 500 Kilometer. Wie auch bei den konventionellen Kraftstoffen unterscheiden sich die Kosten für ERDGAS nur minimal je nach Tankstelle.


Lange Ladezeiten für E-Autos


Im urbanen Raum können Elektro-Fahrzeuge ihre Vorzüge ausspielen. Bei langen Strecken sollte man sich frühzeitig über Ladesäulen und deren Ladedauer informieren. Leistungsstarke Ladestationen sind noch Mangelware. Für die Ladedauer einer Tankfüllung spielen neben der Leistung der Ladestation auch die Kapazität der Batterie und die Ladetechnik des Autos eine wichtige Rolle. Den größten Einfluss auf die Gesamtdauer des Ladevorgangs hat jedoch die Ladestation.


Der Tankvorgang in einem Erdgas-Fahrzeug dauert nur wenige Minuten und damit genau so lange wie bei einem konventionellen Benzin- oder Dieselfahrzeug.

Lange Ladezeiten an der heimischen Steckdose


Klimabilanz von Elektroautos



Wie umweltschonend Autos mit einem alternativen Antrieb sind, hängt nicht nur vom Kraftstoff ab. Es müssen auch die Emissionen sowie der Energieaufwand für den Abbau von Rohstoffen, die Produktion und Nutzung des Fahrzeuges sowie die Entsorgung bzw. das Recycling berücksichtigt werden.


In Elektroautos spielen der E-Motor, die Batterie und die Elektronik eine entscheidende Rolle. Die Batterie benötigt Rohstoffe wie Lithium, Kobalt, Nickel und Graphit, die bisher in der automobilen Wertschöpfungskette kaum von Bedeutung waren. E-Motor und Elektronik basieren auf bekannten Rohstoffen wie seltenen Erden und Kupfer, die aber zukünftig in deutlich größerem Umfang benötigt werden.


Elektro-Fahrzeuge sind aufwändiger zu produzieren als Pkw mit Verbrennungsmotor. Der Ausstoß von Kohlendioxid kann sich durch die Batterieproduktion nahezu verdoppeln. Je größer die Batterie, umso mehr Auswirkungen hat die Produktion auf Klima und Umwelt. Ein Tesla S mit einer 100 kWh-Batterie verursacht bis zu 17 Tonnen CO2-Emissionen (laut IVL Studie von 2017) bevor er auf der Straße fährt. Neuere Batterie-Generationen und vor allem kleinere Batterien verursachen sicherlich deutlich weniger CO2-Emissionen, aber auch diese müssten zunächst durch emissionsfreies Fahren amortisiert werden, bevor sie umweltschonender sind als ein Diesel-Fahrzeug. 


Wer annimmt, sein E-Auto exklusiv mit grünem Strom betanken zu können, wird enttäuscht: Durch die Leitungen fließt ein Strommix, der aktuell zu knapp 40 Prozent aus erneuerbaren und zu über 60 Prozent aus konventionellen Energien gewonnen wird. Ein Elektroauto stößt somit indirekt zwischen 50 und 125 Gramm CO2 pro gefahrenen Kilometer aus.

Auch Erdgas-Fahrzeuge emittieren pro gefahrenen Kilometer CO2. Diese Werte liegen, wie auch bei den Elektro-Fahrzeugen deutlich unter den Emissionen von Benzin- und Diesel-Fahrzeugen. Ab 2020 dürfen alle verkauften Fahrzeuge eines Herstellers in der Flotte maximal 95 g CO2 pro Kilometer ausstoßen. Viele Erdgas-Fahrzeuge erfüllen diese Anforderung schon heute. Durch den Einsatz von BIO-ERDGAS, welches als reiner erneuerbarer Kraftstoff (100 Prozent) bereits an fast jeder sechsten CNG-Tankstelle getankt werden kann, können die Treibhausgas-Emissionen um bis zu 97 Prozent gesenkt werden. Somit gehören Erdgasautos bereits heute zu den nahezu emissionsfreien Antrieben.


Schadstoff-Emissionen: CNG vs. Benzin und Diesel

Das schwierige Recyling


Die Batterien von Elektroautos enthalten zum Teil seltene Metalle. Die EU schreibt vor, dass mindestens 50 Prozent des Materials wiederverwertet werden müssen. Nur die wenigsten Batterien sind heute auf ein späteres Recycling und somit auf die Wiederverwendung ihrer Einzelkomponenten hin entwickelt. Die EU-Vorgabe wird aktuell nur erreicht, da die Quote für einfach recycelbare Materialien wie Kunststoff, Kupferkabel und Stahlgehäuse sehr hoch ist.


Die Hersteller behandeln ihre Batterien als Betriebsgeheimnis. Keine  Batterie gleicht der anderen. Somit müssen die Batterien von Hand zerlegt werden. Das  Recyceln ist also noch sehr teuer und der Marktwert der wiedergewonnenen Materialien kann die Kosten nicht aufwiegen.

Zehn gute Gründe für den alternativen Kraftstoff CNG