Alternative Kraftstoffe: von CNG- bis Elektromobilität

Herkömmliche Kraftstoffe wie Benzin oder Diesel haben langfristig keine Zukunft. Alternativen dazu gibt es viele: Biodiesel, Pflanzenöl bis hin zu Strom. Doch welche Kraftstoffalternativen besitzen das Potenzial, unsere künftige

Mobilität umweltschonend und kostengünstig zu realisieren? Wir vergleichen die alternativen Treibstoffe miteinander, zeigen Ihnen die Vorteile auf und geben Ihnen einen Einblick in das Tanken der Zukunft.

Was sind alternative Kraftstoffe?

Kraftstoffe für Benzin- und Dieselautos werden aus Erdöl gewonnen. Alternative Kraftstoffe stammen – mit Ausnahme von Autogas – nicht aus der Mineralölverarbeitung und verringern somit die Abhängigkeit vom Erdöl. Zudem sind sie umweltschonender.
Alternativer Kraftstoff Autogas

Autogas (LPG) wird in Raffinerieprozessen aus Erdöl gewonnen. Die meisten Autos mit Ottomotor können unkompliziert darauf umgerüstet werden.

 

Erdgas-Fahrzeuge weisen eine positive Umweltbilanz und geringe Tankkosten auf. Erdgas-Modelle gibt es als Serienfahrzeuge für jeden Bedarf – als Pkw, als Lkw, als Busse.

 

LNG, flüssiges Erdgas, steht als effizienter und CO2-armer Kraftstoff für Lkw und Schiffe als Alternative zu Diesel bzw. Schweröl bereit.

Durch die Vergärung von organischen Materialien entsteht die besonders umweltfreundliche Variante von Erdgas. Biogas ist uneingeschränkt als Kraftstoff in Erdgas-Fahrzeugen anwendbar.

Alternativer Kraftstoff E10

Das aus z. B. Zuckerrüben gewonnene Bio-Ethanol wird bereits dem Ottokraftstoff Benzin beigemischt. Durch den geringeren Energiegehalt muss allerdings öfter getankt werden. Nicht jedes Fahrzeug kann E10 uneingeschränkt tanken.

Der aus gepressten Raps hergestellte und in einem chemischen Prozess veresterte Bio-Diesel wird seit Einführung der Biokraftstoffquote dem herkömmlichen Diesel beigemischt, aber kaum noch als Reinkraftstoff verwendet.

Alternativer Kraftstoff Biodiesel
Pflanzenöl als alternativer Kraftstoff

Um mit Raps- oder Sonnenblumenöl fahren zu können, muss der Motor eines moderneren Diesel-Fahrzeugs aufwändig umgebaut werden. An einigen wenigen Zapfsäulen in Deutschland wird Pflanzenöl zum Tanken angeboten.

Der Kraftstoff elektrischer Strom wird in Akkus gespeichert. Elektroautos sind aktuell deutlich teurer als Fahrzeuge mit Ottomotor. Mit dem aktuellen Strommix wird keine CO2-Entlastung erzielt.

Alternativer Antrieb Elektromobilität
Wasserstoff als alternativer Kraftstoff

Wasserstoff kann in einem Verbrennungsmotor oder in einer Brennstoffzelle mit nachgeschaltetem Elektromotor verwendet werden.

Aus Stroh oder Holz wird der BtL-Kraftstoff (Biomass to Liquid) gewonnen, der auch in Dieselmotoren angewendet werden kann. Die Kosten zur Herstellung sind allerdings so hoch, dass der Kraftstoff unwirtschaftlich ist.

Biomasse als alternativer Antrieb

Wie sieht die Tankstelle der Zukunft aus?


Der Bedarf an konventionellen Kraftstoffen wird immer weiter zurückgehen. Das wird sich auch an der Tankstelle bemerkbar machen. Neben Benzin- und Diesel-Zapfsäulen, die weiterentwickelte Biokraftstoffe oder synthetische Kraftstoffe enthalten, kann an Elektrosäulen geladen und an Erdgas-, Autogas- und Wasserstoff-Säulen aufgetankt werden.


Vergleich der Klimabilanz aller gängigen Antriebsarten


Werden die gesamten Energieaufwendungen über den Lebenszyklus eines Autos (u. a. Fahrzeugherstellung und -recycling, Produktion, Bereitstellung und Verbrauch des Kraftstoffs oder des Stroms) betrachtet, weisen CNG-Fahrzeuge die beste Klimabilanz auf und lassen Benziner, Diesel-Autos und Elektro-Fahrzeuge hinter sich. Elektro-Autos scheitern am derzeitigen Strom-Mix und kommen erst mit 100 % erneuerbarem Strom auf die Überholspur.

Unter aktuellen Bedingungen (2019) spielt das Elektro-Auto seiner Vorteile erst nach

  • ggü. Benzin (5 % Bioethanol): 127.500 Kilometern oder 8,5 Betriebsjahren
  • ggü. Diesel (7 % Biodiesel): 219.000 Kilometer oder 14,6 Jahren
  • ggü. Erdgas (mit 15 % Biogas): nie
  • ggü. Wasserstoff (100 % regenerativ): nie


aus. Besonders ins Gewicht bei den E-Autos fallen die Produktion der Batterien sowie der hohe Anteil an Braun- und Steinkohle im deutschen Strommix.


Wird das E-Auto mit 100 % erneuerbarem Strom betrieben, punktet es nach:

  • ggü. Benzin (5 % Bioethanol): 37.500 Kilometern oder 2,5 Betriebsjahren
  • ggü. Diesel (7 % Biodiesel): 40.500 Kilometer oder 2,7 Jahren
  • ggü. Erdgas (mit 15 % Biogas): 48.000 Kilometern oder 3,2 Jahren
  • ggü. Wasserstoff (100 % regenerativ): 115.500 Kilometern oder 7,7 Jahren


Laut ADAC erhöht sich die Klimabilanz von CNG-Autos mit steigendem Anteil an Biogas und synthetischem Gas weiter.

Quelle: Lebenszyklus-Analyse der Forschungsgesellschaft Joanneum Research

Fahrzeuge: Kompaktklasse, jährliche Fahrleistung 15.000 Kilometer, Gesamtlebensdauer 15 Jahre