Entwicklung der Strompreise

Strom ist eine Sekundärenergie, die zunächst mittels anderer Energieträger erzeugt werden muss. Die Energiewende stellt aber heute völlig neue Herausforderungen an den Stromtransport. Die sich verändernde Erzeugungsstruktur und -landschaft macht den Aus- und Umbau der Stromnetze notwendig. Denn nur gut ausgebaute Netze ermöglichen einen kosteneffizienten Strombezug. Die größten künftigen Veränderungen werden der Atom- und Kohleausstieg, der Ausbau des bundesweiten Stromnetzes sowie die Schaffung von Ersatzkapazitäten sein. Jedoch werden dadurch die eh schon hohen Strompreise weitergetrieben.

Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Der Strompreis auf Ihrer Stromrechnung setzt sich aus einem Arbeits- und einem Grundpreis zusammen. Der Grundpreis wird für die Serviceleistungen des Stromanbieters herangezogen. Der Arbeitspreis besteht aus folgenden Komponenten:
 

  • Die Kosten für die Strombeschaffung, den Vertrieb und Gewinnmarge
    machten in 2018 durchschnittlich etwa 21 % des Strompreises aus.
  • Die regulierten Netzentgelte
    machten in 2018 durchschnittlich etwa 25 % des Strompreises aus.
  • Entgelte für Messung, Messstellenbetrieb und Abrechnung:
    Die Abrechnungsentgelte müssen seit 2017 nicht mehr gesondert ausgewiesen werden und können in den Netzentgelten enthalten sein.
  • Steuern, Abgaben und Umlagen
    hatten 2018 einen Anteil am Strompreis von durchschnittlich etwa 54 %.

Entwicklung des Strompreises

In der vergangenen zehn Jahren haben sich die Stromkosten um etwa 38 Prozent verteuert. Der liberalisierte Strommarkt ermöglicht den Verbrauchern, Ihren Stromlieferanten frei zu wählen. Im europäischen Vergleich weist Deutschland hinter Dänemark die zweitteuersten Strompreise für Haushaltskunden in 2018 auf. Für 2019 hatten sich die Einkaufspreise für Strom auf dem Großhandelsmarkt verteuert, sodass sich die Beschaffungskosten für die Energieversorger durchschnittlich um mehr als die Hälfte erhöhten.

 

Stiegen die Einkaufspreise für Strom auf dem Großhandelsmarkt in den letzten Jahren (2016: 33,51 €/MWh, 2017: 40,51 €/MWh und 2018 etwa 50 €/MWh) noch, sinken diese in 2019 für das Jahr 2020 um etwa 15 %. Dafür steigen laut angekündigter Preiserhöhungen großer Übertragungsnetzbetreiber die Netznutzungsentgelte für 2020. Bei den für Endverbraucher relevanten Verteilnetzentgelten deutet sich ein ähnlicher Trend an und fallen aktuell (Oktober 2019) rund 9% höher aus als 2019. 

Entwicklung von Steuern, Abgaben und Umlagen


Seit 1998 ist der Anteil der Steuern, Abgaben und Umlagen um fast 300 Prozent für Haushaltsstrom gestiegen. In 2018 machten die staatlichen Abgaben und Umlagen etwa 54 Prozent des Strompreises aus. Den größten Anteil mit 6,405 Cent/kWh in 2019 beanspruchte die EEG-Umlage. 

 

Die EEG-Umlage soll im Jahr 2020 um 5 % auf 6,756 Cent pro kWh ansteigen.

 

Welche Steuern gibt es?


  • Konzessionsabgabe: Das Entgelt für Kommunen wird für die Benutzung der öffentlichen Straßen zum Betrieb von Stromleitungen erhoben.
  • Stromsteuer/Energiesteuer: Die seit 1999 erhobene Steuer – vom Bund auch als Ökosteuer bezeichnet – wird hauptsächlich zur Subventionierung der gesetzlichen Rente verwendet.
  • EEG-Umlage: Die im Jahr 2000 eingeführte EEG-Umlage dient der Finanzierung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien und wird direkt per Umlage an die Anlagenbetreiber weitergegeben.
  • KWK-Umlage: Zur Förderung von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen dient die seit 2002 erhobene KWK-Umlage.
  • Strom-NEV-Umlage: Um die energieintensive Industrie zu schützen, können sich diese seit 2011 unter bestimmten Voraussetzungen vollständig von den Netzgebühren befreien lassen. Die dadurch entgangenen Netzgebühren werden als Umlage auf den Strompreis aufgeschlagen.
  • Offshore-Netzumlage: Die seit 2012 geltende Umlage dient dem Ausgleich für Verzögerungen und Ausfälle bei Netzanbindungen von Offshore-Windparks in der Nord- und Ostsee und wird den Netzbetreibern zugeteilt. Ab 2019 werden die Kosten für die Netzanbindung von Offshore-Windparks nicht mehr in die Netzentgelte einkalkuliert, sondern vollständig über ein Umlageverfahren refinanziert. Hierzu wird die bestehende "Offshore-Haftungsumlage" genutzt und umbenannt in "Offshore-Netzumlage".
  • Umlage für abschaltbare Lasten: Erneuerbarer Strom ist volatil und kann somit nur unregelmäßig eingespeist werden. Daher sind große Stromverbraucher gesetzlich dazu verpflichtet, bei Netzüberlastungen ihren Strombezug kurzzeitig abzuschalten. Hierfür erhalten die Großkunden seit 2014 eine Entschädigung, die durch die Umlage für abschaltbare Lasten finanziert wird.
  • Mehrwertsteuer: Beträgt zurzeit 19 Prozent und wird vom Bund erhoben.