Kosten für Pellets: vergleichsweise günstig – noch

Pellets sind gepresste Holzspäne, die meist aus Abfallprodukten der Holzindustrie gewonnen werden. Im Moment übersteigt die Angebotsmenge in Deutschland die Nachfrage deutlich – das erklärt auch die vergleichsweise günstigen Brennstoffpreise. Die Zahl der Pelletheizungen nimmt allerdings zu, dadurch dürften auch die Pellet-Nachfrage und damit auch der Preis steigen. Wächst der Bedarf weiter, werden Pellets in Zukunft nach Deutschland importiert werden müssen. Das wird den Brennstoffpreis beeinflussen und auch die Umweltbilanz.

Kostenentwicklung von Pellets

Hersteller aus Deutschland verwenden meist Abfallprodukte aus der Holzindustrie für die Pelletproduktion. Der Bedarf an Pellets liegt aktuell unter der Angebotsmöglichkeit. Da sich jedoch die Nachfrage nach Pelletheizungen erhöht, bleibt anzuwarten, wie sich der Pelletpreis der deutschen Hersteller künftig entwickelt. Perspektivisch ist aufgrund der erhöhten Nachfrage und den damit verbundenen Importen mit einer Preissteigerung zu rechnen.

Wie setzt sich der Preis für Pellets zusammen?


Die Rohstoffkosten, also die Kosten für Holzreste aus der Industrie, machen etwa die Hälfte des Produktpreises aus. Die übrige Hälfte verteilt sich auf Herstellungskosten, Logistik, Lagerung und Mehrwertsteuer.

 

  • Produktpreis: Etwa 51 Prozent der Kosten fallen für den Rohstoff, also die Holzreste an.
  • Produktionskosten: Etwa 23 % des Preises wird für das Trocknen, Zerkleinern und Pressen aufgewendet.
  • Mehrwertsteuer: macht einen Anteil von 6,54 % aus
  • Der verbleibende Teil fällt für die Logistik, die Lagerung und für die Gewinnmarge des Lieferanten an.

Auf Pellets fallen wegen ihrer günstigen Umwelteigenschaften keine Energiesteuern an.

Im Norden Deutschlands sind Pellets teuer


Die Preise für Holz-Pellets unterliegen weniger starken Schwankungen als zum Beispiel der Heizölpreis. Die moderaten Preisunterschiede, die es dennoch gibt, sind vor allem regionaler und saisonaler Natur: Je mehr Haushalte in einer Region mit Pellets heizen, umso mehr Lieferanten siedeln sich dort an. Daraus folgt ein intensiverer Wettbewerb vor Ort, was sich in der Regel für die Verbraucher günstig auf die Preise auswirkt.

Umgekehrt sind die Kosten in Regionen mit nur wenigen Pellet-Heizern und demzufolge wenigen Lieferanten am höchsten. Verbraucher im Süden Deutschlands zahlen im Durchschnitt bis zu fünf Prozent weniger für eine Pelletlieferung als Verbraucher in den nördlichen Bundesländern. Vor allem in Baden-Württemberg sind Pelletheizungen vergleichsweise weit verbreitet, weil ihr Einsatz dort auch von der Politik gefördert wird. Darüber hinaus gibt es im Süden auch größere Waldgebiete und dadurch auch mehr holzverarbeitende Industrie.


Pellets nicht im Winter ordern


Die saisonalen Schwankungen beim Pelletpreis verlaufen ähnlich wie beim Heizöl auch: In den Sommermonaten Mai bis August, in denen der Wärmebedarf im Haushalt gering ist, kostet die Pelletlieferung weniger als im Rest des Jahres. Hier kommt es für Pelletheizer darauf an, die Lieferung frühzeitig und sorgfältig zu planen. Dabei sollte auch an eine ausreichend große Lagerfläche gedacht werden.

Einen großen Einfluss auf den Preis einer Pelletlieferung hat außerdem die Abnahmemenge. Hier gilt die einfache Regel: Je mehr, desto günstiger im Verhältnis. Aber auch für eine günstige große Liefermenge zwischen drei und sechs Tonnen muss genug Lagerraum vorhanden sein.



Pellets als Heizenergie: Vorteile und Nachteile



Vorteile von Pellets

  • Kostenentwicklung größtenteils unabhängig von Weltmarkt, Politik oder Preisspekulation
  • Zeitpunkt des Brennstoffeinkaufs kann frei gewählt werden
  • Staatliche Förderung für neue Heizgeräte
  • Kann mit Solar kombiniert werden
  • Niedrige CO2-Emissionen
  • Nachwachsender Rohstoff
  • Herstellung im Vergleich wenig energieintensiv
  • Keine Leitungsbindung


Nachteile von Pellets

  • Bevorratung notwendig auch bei kleinen Abnahmemengen
  • Einkaufspreis hängt stark von der Abnahmemenge ab
  • Pelleteinkauf muss vorfinanziert werden
  • Überdurchschnittlich hohe Investitionskosten für die Gerätetechnik
  • Hohe Feinstaubbelastung
  • Großer Platzbedarf
  • Geräuschintensive Heiztechnik
  • Anfallende Asche muss entsorgt werden
  • Brennkammer und Brenner müssen regelmäßig von Asche und Staub befreit werden
  • Umweltbilanz deutlich schlechter, wenn Pellets im Ausland gekauft werden
Hybridheizung: umweltschonendes Gassystem

Hybridheizung

Bei der Modernisierung im Altbau kann die bestehende Gas-Brennwerttechnik mit einer Wärmepumpe kombiniert werden. Das System ist umweltschonend und kostenoptimiert.

Pelletheizung: Nicht für jedes Haus

Pelletheizung

Die staatlich geförderte Beheizung mit Holzpellets ist nicht für jedes Haus geeignet und bietet nicht nur Vorteile. Die Anschaffung ist mit hohen Investitionskosten verbunden.

In ländlichen Regionen bietet sich Flüssiggas als Energie an.

Flüssiggas als Alternative

Gerade in ländlichen Regionen, die nicht an das Gasnetz angeschlossen sind, bietet sich eine Flüssiggasheizung an.