Preisvergleich: Energie muss nicht viel kosten

Mit der Wahl für eine Heizung fällt auch die Entscheidung für einen Energieträger. Modernisierer wie Hausbauer sollten sich rechtzeitig informieren und auch die laufenden Betriebskosten im Blick haben. Denn rund 75 Prozent des gesamten Energieverbrauchs entstehen beim Heizen und der Warmwasserbereitung.

Welcher Energieträger ist der richtige?

Welcher Energieträger ist der richtige? Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn sie ist von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Richtig heizen muss sich aber lohnen – für die Umwelt und für das eigene Portemonnaie. Bevor Energietarife auf Seiten wie Verivox oder Check24 verglichen werden, ist es hilfreich, sich die langfristige Preisentwicklung und mögliche Einflussfaktoren bei der Preisbildung einmal genauer anzuschauen. Wir haben Ihnen die Vor- und Nachteile der wichtigsten Energieträger zusammengestellt.

Energieträger Erdgas

Vorteile

  • umweltschonend und als erneuerbares Biogas verfügbar
  • niedrigsten CO2-Ausstoß aller fossilen Energieträger
  • hoher Heizwert, große Auswahl an effizienten Heiztechnologien, die zudem mit Erneuerbaren Energien wie Solar und Umweltwärme kombiniert werden können
  • komfortabel und keine Bevorratung inkl. Vorfinanzierung notwendig
  • hohe Versorgungssicherheit und -qualität
  • der Erdgasmarkt ist liberalisiert und durch einen hohen Wettbewerb gekennzeichnet – der Versorger kann frei gewählt werden
  • Zukunftsfähig: steigende Grüngas-Anteile: Biogas, synthetisches Gas, Wasserstoff

Nachteile

  • leitungsgebunden, Anschluss an das Gasnetz in Ausnahmefällen nicht verfügbar
  • Gasleitungen und -installationen werden vom Fachhandwerk vorgenommen und können nicht alleine vorgenommen werden
  • Erdgas wird zum größten Teil importiert

Brennstoff Heizöl

Vorteile

  • hoher Heizwert
  • Zeitpunkt des Brennstoffeinkaufs kann frei gewählt werden
  • Heizöl kommt aus vielen Importländern nach Deutschland
  • leitungsungebunden einsetzbar
  • kann mit Solar kombiniert werden

Nachteile

  • hoher CO2- und Feinstaubausstoß
  • muss als Sekundärenergie in Raffinerien hergestellt werden
  • Bevorratung notwendig mit großen Abnahmemengen inkl. Vorfinanzierung – Öltank notwendig
  • Heizölpreis schwankt stark nach Saison und Kurse an den Weltmärkten
  • ist importabhängig
  • darf nicht in Wasserschutz- und Hochwassergebieten verwendet werden

Brennstoff Pellets

Vorteile

  • nachwachsender heimischer Rohstoff, Herstellung ist im Vergleich weniger Energie intensiv
  • niedriger/neutraler CO2-Ausstoß
  • niedrige Pelletkosten, Kostenentwicklung größtenteils unabhängig vom Weltmarkt, Politik oder Spekulationen
  • kann mit Solar kombiniert werden
  • leitungsungebunden einsetzbar
  • Zeitpunkt des Brennstoffeinkaufs kann frei gewählt werden

Nachteile

  • hohe Feinstaubbelastungen
  • vergleichsweise geringer Heizwert
  • Bevorratung notwendig mit großen Abnahmemengen inkl. Vorfinanzierung
  • großer Platzbedarf für Lagerraum und geräuschintensive Heiztechnik
  • überdurchschnittlich hohe Investitionskosten
  • Entsorgungsaufwand für anfallende Asche
  • Brennkammer und Brenner müssen regelmäßig von Staub und Asche befreit werden
  • Umweltbilanz kann sich bei Kauf ausländischer Pellets aufgrund der Transportwege verschlechtern

Energieträger Strom

Vorteile

  • keine Bevorratung inkl. Vorfinanzierung
  • kein Abgassystem und Brenner notwendig – hierfür fallen dann auch keine Wartungskosten an
  • niedrige Installationskosten und wartungsarm
  • kann mit Photovoltaik kombiniert werden

Nachteile

  • höchste laufende Betriebskosten
  • mit aktuellem Strommix keine Umweltvorteile
  • leitungsgebunden
  • zum Teil schlechtere Wirkungsgrade
  • dezentrale Warmwasserbereitung geht mit geringem Komfort einher und bedingt bei mehreren Verbrauchsstellen auch mehrere Heizungen
  • Nachtspeicherheizungen können schlecht gesteuert werden, bspw. bei plötzlichem Temperaturwechsel

Versorgung mit Fernwärme

Vorteile

  • umweltfreundlich und komfortabel
  • platzsparend, da weniger Heiztechnik (kompakte Übergabestation mit geringem Raumbedarf) und keine Bevorratung inkl. Vorfinanzierung notwendig ist
  • geringe Wartungskosten
  • beim Verbraucher entstehen keine Emissionen
  • der Verbraucher muss sich nicht um die Beschaffung und einem rechtzeitigen Nachschub kümmern
  • Fernwärme aus KWK-Anlagen weist gute CO2-Bilanz auf

Nachteile

  • leitungsgebunden
  • u. U. Anschlusszwang mit langfristiger vertraglicher Bindung an einen Anbieter
  • teurer als Erdgas, Öl und Holzpellets
  • Klimabilanz abhängig von Kraftwerkstechnik und eingesetzten Brennstoff (schlechter bei Kohle oder Öl)

Energieträger Flüssiggas

Vorteile

  • leitungsungebunden einsetzbar
  • gleiche Heiztechnik wie Erdgas, lässt sich im Nachhinein einfach auf Erdgas umstellen
  • mit Solar kombinierbar 
  • Zeitpunkt des Brennstoffeinkaufs kann frei gewählt werden
  • keine Gefährdung des Erdreichs und Grundwassers wie bei Heizöl
  • hat nach Erdgas, den zweitgeringsten CO2-Ausstoß unter den herkömmlichen Energieträgern

Nachteile

  • Bevorratung mit großen Abnahmemenge inkl. Vorfinanzierung notwendig
  • Zu beachtende Voraussetzungen für die Installation des Flüssiggas-Drucktanks
  • Regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen des Tanks
  • schadstoffreicher als Erdgas
  • Flüssiggas fällt als Nebenprodukt bei der Erdöl-Raffinierung an
  • Flüssiggas ist vergleichsweise teurer und ist an den Preis von Heizöl gekoppelt