Zukunft LNG: ERDGAS wird flüssig

ERDGAS ist nicht immer gasförmig, man kann es auch bei –163 °C verflüssigen. Man spricht dann von Liquefied Natural Gas – LNG. Der Vorteil der Verflüssigung: Das Volumen von ERDGAS reduziert sich um den Faktor 600, während sich der Energiegehalt verdichtet. So können große Erdgasmengen in Form von LNG per Schiff weltweit transportiert werden.

Wie kommt LNG nach Deutschland?

Bisher werden ca. 90 Prozent des benötigten ERDGAS über Pipelines nach Deutschland geleitet. LNG lässt sich problemlos per Schiff transportieren. LNG-Tanker bringen das flüssige ERDGAS aus Katar, Algerien, Norwegen oder Australien zu den LNG-Importterminals in Mitteleuropa. Diese Terminals wurden in den letzten Jahren an allen strategisch wichtigen Punkten entlang der europäischen Küsten errichtet. Dort wird es zunächst in großen Tanks zwischengelagert. Das verflüssigte ERDGAS kann als Kraftstoff verwendet oder regasifiziert und in das Erdgasnetz eingespeist werden.

Vorteile vom flüssigen ERDGAS


LNG ist hochreines ERDGAS mit einem durchschnittlichen Brennwert von 11,6 kWh/m3. Damit bietet es sämtliche Vorteile von ERDGAS und kann als Heizenergie, zur Stromerzeugung oder als reichweitenstarker Kraftstoff verwendet werden.


Auf Distanzen von mehreren tausend Kilometern – zum Beispiel um Ozeane zu überwinden – ist der Bau von Pipelines unrentabel oder einfach nicht möglich. Die Verflüssigung von ERDGAS, das dann per Schiff transportiert werden kann, bietet also eine noch größere Auswahl an Bezugsquellen für ERDGAS und trägt außerdem zur weiteren Erhöhung der Versorgungssicherheit bei. Durch das größere Angebot der Bezugsquellen erhöht sich zudem der Wettbewerb im internationalen Erdgasmarkt, was sich aus Sicht der Verbraucher langfristig positiv auf die Erdgaspreise auswirkt.


ERDGAS – ob flüssig oder gasförmig – schont das Klima. Als Alternative zu Diesel trägt flüssiges ERDGAS als Kraftstoff in Lkw und Schiffen zu einer Verbesserung der Luftqualität bei. Das betrifft vor allem die Feinstaub- und Stickoxid-Emissionen, aber auch die Lärmemissionen fallen um 50 Prozent geringer aus.