Erdgas-Umstellung von L- auf H-Gas

Die Gasversorgung wird bis 2030 in einigen Bereichen Deutschlands von
L- auf H-Gas umgestellt. Hierfür müssen zahlreiche Gasgeräte umgestellt
werden. Hier erhalten Sie Antworten auf die häufigsten Fragen rund um
das Thema "Gasumstellung".


Warum wird auf H-Gas umgestellt und welche Haushalte betrifft das?

In Deutschland werden zwei Gasqualitäten zum Kochen, Heizen und zum Autofahren verwendet. Der überwiegende Teil Deutschlands wird bereits seit mehreren Jahrzehnten zuverlässig mit H-Gas ("High calorific gas" mit höherem Methangehalt und folglich höherem Brennwert) versorgt. L-Gas ("Low calorific gas") wird vorwiegend in Teilen von Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt sowie in Bremen verbraucht. Da die Fördermengen von L-Gas weiter sinken, ist eine Umstellung auf H-Gas notwendig.


Während der Marktraumumstellung werden L-Gas-haushalte auf H-Gas ungestellt. Je nach Region erfolgt diese Umstellung schrittweise bis zum Jahr 2030. Ob Sie L- oder bereits H-Gas beziehen, können Sie bei Ihrem Neztbetreiber oder Ihrem Energieversorger erfragen.

Gebiet der Gasumstellung

Welche Geräte müssen umgerüstet werden?

Alle Geräte, die mit Erdgas versorgt werden - das sind zum Beispiel der Gasherd, die Gastherme, der Erdgas-Brennwertkessel oder direkt mit ERDGAS betriebene Haushaltsgeräte. Das Erdgas-Auto ist davon nicht betroffen. Sie müssen sich aber keine Sorge machen, dass ein Gerät vergessen wird: Vor der Umstellung werden durch einen Fachhandwerker alle Geräte in Ihrem Haushalt erfasst, die eine technische Anpassung für den künftigen Betrieb mit H-Gas erfahren müssen. Über den weiteren Ablauf wird Sie Ihr Netzbetreiber dann rechtzeitig informieren.

Fallen Kosten für die Umstellung der Gasgeräte auf H-Gas an?

Grundsätzlich fallen keine Kosten für Sie an. Die Kosten der Marktraumumstellung werden solidarisiert und bundesweit auf die Netzentgelte umgelegt.


Was passiert, wenn mein Gasgerät nicht umgerüstet werden kann?

Manchmal kann es leider passieren, dass die Geräte nicht mehr die technischen Grundvoraussetzungen erfüllen und damit nicht anpassungsfähig für H-Gas sind. Sollte das der Fall sein, wird Ihnen dies nach der Geräteerfassung mitgeteilt. Für Eigentümer bedeutet dies, das sie sich um den Austausch des Gasgerätes kümmern müssen. In diesem Fall können Eigentümer für Gas-Heizgeräte Zuschüsse beantragen. Für bestimmte Neugeräte beträgt dieser 100 Euro, wenn diese im Rahmen der H-Gas-Umstellung nicht mehr angepasst werden müssen, und kann bei Ihrem Netzbetreiber beantragt werden. Zudem können Sie einen zusätzlichen Anspruch auf Erstattung beim Heizgeräteaustausch geltend machen, wenn Ihr Gasgerät die Bedingungen für den oben genannten 100 Euro Zuschuss erfüllt und in folgende Altersklassen gehört.

Muss die Heizung während der Anpassung abgeschaltet werden?

Für den Zeitraum der Anpassung muss das Gerät außer Betrieb sein. Die Dauer der Abschaltung ist aber sehr kurz und sollte nur im Einzelfall 60 Minuten überschreiten. Der Fachmonteur setzt das Gerät wieder in den ordnungsgemäßen Betrieb und wird dies mit einer Abgasmessung dokumentieren. Bitte beachten Sie, dass diese Abgasmessung nicht die Prüfung durch Ihren Schornsteinfeger ersetzt.

Wer ist mein Netzbetreiber?

In der Regel finden Sie diese Angaben auf Ihrer Gasrechnung. Wenn das nicht der Fall ist, können Sie den Netzbetreiber durch Eingabe eines Codes unter codevergabe.dvgw-sc.de/ ermitteln. Die notwendige 13-stellige Codenummer finden Sie auf der Rechnung Ihres Gaslieferanten.

Ist H-Gas teurer als L-Gas?

Der Bezugspreis für H-Gas bei Ihrem Energieversorger ist zwar etwas höher als für L-Gas, dafür ist aber auch der Brennwert höher. Die Preise sind somit bezogen auf ihren Energiegehalt die gleichen.

Der Methagehalt von H-Gas ist deutlich höher als der von L-Gas.

Ich möchte die Umstellung auf H-Gas nicht. Kann ich mich weigern?

Die Umstellung auf H-Gas ist das größte Infrastrukturprojekt der deutschen Erdgasversorgung. Die Erdgasversorger und Netzbetreiber setzen alles daran, dass Sie als Kunde so wenig Aufwand wie möglich haben. Die Geräteerfassung und der Austausch der Düsen sind notwendige Maßnahmen. Ohne die Anpassung der Geräte werden diese umzulässig betrieben und müssen von Ihrem Netzbetreiber gesperrt werden. Gemäß § 19a Energiewirtschaftgesetz ist der Netzbeteiber für die Gesamtumstellung und damit auch für die Sicherheit verantwortlich.


Kann ich auf meinen nächsten Wartungstermin meines Gasgerätes verzichten?

Nein, das geht leider nicht. Die Fachmonteure passen im Rahmen der Gasumstellung Ihr Gasgerät an. Eine Wartung für das Gesamtgerät findet jedoch nicht statt.