Die deutsche Energiewende

Global gilt das Klimaziel, die Erwärmung gegenüber vorindustriellen Werten auf weniger als 2 °C zu begrenzen. Deutschland engagiert sich für den Klimaschutz und strebt an, den Klimaschutz zu stärken, die Energieversorgung nachhaltiger und effizienter zu gestalten, den Anteil der erneuerbaren Energien zu erhöhen und Treibhausgas-Emissionen zu mindern.

Energiekonzept der Bundesregierung

Die genannten Angaben beziehen sich auf alle Verbrauchssektoren (Angaben in Prozent).
Mehr Informationen zu den Zielen des Energiekonzepts der Bundesregierung finden Sie auf zukunft-erdgas.info.

Wie sieht die Bevölkerung die Energiewende?

TNS Infratest hat im September 2016 deutsche Wähler nach ihrer Wahrnehmung der Energiewende befragt. Die Ergebnisse der repräsentativen Meinungsumfrage zeigen, dass insbesondere die Frage der Bezahlbarkeit entscheidend ist.

Möglichkeiten für die persönliche Energiewende

Wie weit ist die Energiewende?

Kurz vor der ersten wichtigen Wegmarke – dem Jahr 2020 – , die im Energiekonzept der Bundesregierung festgehalten ist, wird deutlich: Deutschland wird das Ziel, 40 Prozent der Treibhausgasemissionen in 2020 gegenüber 1990 einzusparen, verfehlen.

 

Deutschland gibt jedes Jahr rund 25 Milliarden Euro für die Energiewende aus. Rechnerisch zahlt damit jeder Haushalt jährlich mehr als 600 Euro für den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Leider ist das Geld oft nicht gut investiert, denn Klimaschutz braucht innovative und flexible Lösungen, die bezahlbar sind und zu geringsten Kosten das meiste CO2 einsparen.

Die Rolle von ERDGAS in der Energiewende

 

Der Energieträger ERDGAS stellt mit seinen vielen Vorteilen, seiner Infrastruktur, seinen Möglichkeiten als Partner der Erneuerbaren Energien sowie der Entwicklung hin zu regenerativen ERDGAS ein breites Lösungsportfolio für die Herausforderungen der Energiewende bereit und unterstützt die notwendige Dekarbonisierung, also der Minderung von CO2. Denn ERDGAS ist der emissionsärmste fossile Energieträger.

Erdgaslösungen stehen für kosteneffizienten Klimaschutz in allen Bereichen: Wärme, Verkehr und Strom.
Um den Ausbau der Erneuerbaren Energien so effizient wie möglich voranzutreiben, ist es sinnvoll, die drei Bereiche nicht getrennt voneinander, sondern gekoppelt zu betrachten. Und Energielösungen in den Fokus zu rücken, die diese sogenannte Sektorenkopplung besonders gut fördern.

Der schlafende Riese Wärmemarkt

Die Modernisierung von Heizungen kann schnell, deutlich und kostengünstig zu CO2-Einsparungen führen. Doch das politische Thema 2016 war die Elektrifizierung des Wärmemarkts, also dem Ziel Heizungen auf Strom umzustellen. Die angestrebte Elektrifizierung aller Bereiche – von der Wärme bis zur Mobilität – ist ein Irrweg, der mit enormen Kosten verbunden ist.

 

Ob die Energiewende gelingen wird, entscheidet sich maßgeblich auf dem Wärmemarkt. Mehr als 50 Prozent des Endenergieverbrauchs und etwa ein Drittel der CO2-Emissionen in Deutschland entfallen auf diesen Bereich. Wer es ernst meint mit Klimaschutz und Energiewende, muss den Heizungsbestand modernisieren.

 

Allein das Ersetzen der alten Ölheizung gegen eine moderne Erdgas-Brennwertheizung mit Solar kann eine CO2-Reduktion von mehr als 50 Prozent erzielen. Angesichts von rund 70 Prozent veralteten und ineffizienten Heizungen liegt in deutschen Heizkellern enormes Potenzial für den Klimaschutz verborgen.

Irrweg Elektrifizierung

Um genügend Energie für strombasierte Heizungen bereitzustellen, müsste die Strom-Infrastruktur massiv ausgebaut werden. Laut Schätzungen belaufen sich die Kosten für die Elektrifizierung des Wärmemarkts auf 2.000 Milliarden Euro. Das entspräche etwa 50.000 Euro pro Haushalt. Damit wäre die Energiewende nur etwas für Besserverdiener. Fragen nach Bezahlbarkeit und Akzeptanz in der Bevölkerung dieser immensen Kosten ließ die Bundesregierung in ihrem Energiekonzept unbeantwortet. Saubere Energie muss bezahlbar sein.

Die Stromwende


Zunächst fokussierte die Energiewende die Stromerzeugung mit dem Ergebnis, dass heute 29 Prozent unseres Stroms aus regenerativen Quellen kommen. Wenn man die Entwicklung genauer betrachtet, stimmt das leider nicht. Die Stromerzeugung läuft noch immer mehrheitlich über emissionsstarke Energieträger. Und das seit Jahren mit ungefähr gleichbleibendem Anteil. Die ernüchternde Bilanz: Trotz des Ausbaus der erneuerbaren Energien sparten wir 2016 nur 20 Prozent an Emissionen gegenüber 1990 ein.


Es zeichnet sich ab, dass die erneuerbaren Energien es alleine nicht schaffen können. Alle Bereiche – Strom, Wärme und Verkehr – müssen einbezogen und miteinander verknüpft werden. Hierbei spricht man von der sogenannten Sektorenkopplung, bei der alle Maßnahmen am Klimaschutz und an der größtmöglichen CO2-Einsparung ausgerichtet werden. Nur so kann die Energiewende erfolgreich zum Klimaschutz beitragen.

Klimakiller Straßenverkehr – Was ist mit der Mobilitätswende?


Aktuell laufen 95 Prozent des Straßenverkehrs mit Benzin und Diesel. Allgemein werden Fahrzeuge zwar immer effizienter, aber sie werden auch größer und vor allem werden es immer mehr. Die Emissionen heute entsprechen ziemlich genau den Emissionen von 1990. Während im Strom- und Wärmemarkt bereits Fortschritt erzielt werden, herrscht auf Deutschlands Straßen CO2- und Stickoxid-Alarm.


Denn solange Fahrzeuge nicht mit 100 Prozent erneuerbar hergestelltem Strom angetrieben werden, sind sie einfach nicht sauber und bringen somit auch keine Emissionsminderungen. Und der tatsächliche Energiemix der E-Mobilität ist zurzeit nicht 100 Prozent erneuerbar. Aktuell belasten Elektrofahrzeuge zudem die Umwelt aufgrund der Produktion und Entsorgung der Batterien noch zusätzlich.