Klimaziele 2050: Bedeutung von Power-to-Gas wird weiter wachsen

Um die Klimaziele zu erreichen, müssen die Strom- und Gasnetze bis 2050 enger verzahnt werden, so die gemeinsame Forderung des niederländischen Fernleitungsnetzbetreibers Gasunie und des Stromnetzbetreibers TenneT. Besonders die Power-to-Gas-Technologie, mithilfe derer Öko-Strom in Gas umgewandelt wird, werde dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

Bis zu 40 Prozent des Energieverbrauchs würden im Jahr 2050 durch synthetisch erzeugte Gase wie Wasserstoff und Methan gedeckt werden. Das ist das Ergebnis der von beiden Unternehmen jüngst vorgestellten Studie „Infrastructure Outlook 2050“.

Auch die Bedeutung der bestehenden Gaskavernen werde künftig zunehmen, da sie mit ihrer großen Kapazität erneuerbare Energien saisonal und langfristig speichern können. Dadurch würden sie die benötigte Flexibilität und Versorgungssicherheit für Zeiten sogenannter „kalter Dunkelflaute“ zur Verfügung stellen.

„Um 80 und mehr Prozent Erneuerbare zu nutzen, brauchen wir nicht nur die passende Stromnetz-Infrastruktur, sondern auch alternative Transportlösungen und leistungsfähige Speicher, wie sie das Gasnetz und Power-to-Gas bieten. Das bringt die Sektorenkopplung voran und entlastet das Stromnetz“, erklärte Manon van Beek, Vorstandsvorsitzende von TenneT. 

Gemeinsam mit ThyssenGas planen Gasunie und TenneT in Niedersachsen eine Power-to-Gas-Anlage mit einer Leistung von 100 MW, die schrittweise ab 2022 ans Netz gehen und grünen Strom in Gas umwandeln soll. Dadurch werden die Sektoren Energie, Verkehr, Industrie und Wärme gekoppelt und zusätzliche Transportmöglichkeiten für die Erneuerbaren geschaffen. Nach Vorstellungen von Gasunie und Tennet sollten weitere Power-to-Gas-Anlagen in der Nähe von erneuerbaren Erzeugungsanlagen errichtet werden, um zu vermeiden, dass erneuerbarer Strom erst über weite Strecken transportiert werden muss. Dadurch ließen sich eine Überlastung des Stromnetzes und ein gesteigerter Netzausbaubedarf vermeiden.

„Die Gasinfrastruktur bietet die Möglichkeit, regenerativ erzeugten Strom sowohl großräumig zu transportieren als auch umfassend zu speichern. Die Power-to-Gas-Technologie als Bindeglied zwischen den Infrastrukturen muss jetzt angestoßen werden, um ab 2030 wesentliche Beiträge liefern zu können. Hierzu bedarf es rasch pragmatischer politischer Entscheidungen“, forderte Jens Schumann, Geschäftsführer von Gasunie Deutschland, anlässlich der Vorstellung der Studie. 

Quelle: Gasunie / TenneT