HySynGas: Weltweit größtes Power-to-Gas-Projekt in Brunsbüttel geplant

Die Unternehmen Vattenfall, Arge Netz und MAN wollen die Energiewende weiter vorantreiben. Dazu planen sie die weltweit erste Großproduktion von grünen Gasen im Industriepark Brunsbüttel. Die Power-to-Gas-Anlage soll aus regionalem Ökostrom grünen Wasserstoff und synthetisches ERDGAS produzieren. Geplant sind derzeit ein Elektrolyseur zur Erzeugung von grünem Wasserstoff im industriellen Maßstab mit einem Leistungsvermögen von mindestens 50 Megawatt (MW) und eine Anlage zur Herstellung von synthetischem ERDGAS mit einer Leistung von mindestens 40 Tonnen pro Tag.

"Die Technik ist einsatzreif und die Unternehmen wollen in die grüne Energiezukunft investieren", sagte Oliver Weinmann, Geschäftsführer der Vattenfall Europe Innovation GmbH. Eine große Hürde seien dabei jedoch die regulatorischen Rahmenbedingungen, die derzeit einen wirtschaftlichen Betrieb erschweren.

 

Die beteiligten Unternehmen bewerben sich daher mit dem Projekt für das Programm "Reallabore der Energiewende" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, welches bis zum Jahr 2022 Fördermittel von jährlich bis zu 100 Millionen Euro ausschütten soll. Mit dem Projekt will das Ministerium den Technologietransfer von der Forschung in die Praxis beschleunigen und zukunftsfähige Energietechnologien unter realen Bedingungen und im industriellen Maßstab erproben.

 

Mit der Innovationspartnerschaft wollen die Unternehmen einen Hub für sektorenübergreifende Dekarbonisierung in Norddeutschland etablieren. Die Standortwahl fiel daher nicht zufällig auf Brunsbüttel, wie Stephan Frense, Geschäftsführer der ARGE Netz, betont: "Wir haben uns ganz bewusst für den Industriepark Brunsbüttel als Standort entschieden. Wir wollen in Schleswig-Holstein die technologische Führungsposition im Bereich Power-to-Gas absichern und weiter ausbauen. Erneuerbare Energien sind schon heute in der Region in großen Mengen verfügbar."

 

Ein weiterer Standortvorteil ist das ebenfalls in Brunsbüttel geplante LNG-Terminal. Perspektivisch könnte das importierte ERDGAS klimaschonend veredelt werden, indem es mit den grünen Gasen aus der Power-to-Gas-Anlage vermengt wird.

 

Quelle: Vattenfall / WELT