Erstes LNG-betriebenes Behördenschiff fertiggestellt

Das erste Vermessungsschiff weltweit, das vollständig mit flüssigem ERDGAS (LNG) angetrieben werden kann, ist von der Kieler Werft German Naval Yards verabschiedet worden. Nach nur 16 Monaten Bauzeit wurde die 75 Meter lange "Atair" fertiggestellt. Sie wird in den kommenden Monaten von der Fassmer Werft aus Berne erprobt und ab 2020 im Auftrag des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in der Nord- und Ostsee sowie im Nordostatlantik unterwegs sein.


Neben der Seevermessung wird auch die Wracksuche zu den Aufgaben des neuen Schiffs gehören. Als mobiles Wissenschaftslabor übernimmt die "Atair" so Aufgaben in der Geologie, der Ozeanographie und in der Entwicklung und Prüfung von technischen Schiffsausrüstungen. Eine 18 Personen starke Besatzung, sowie ein Team von bis zu 15 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern kann allein mit dem LNG-Antrieb des auf Dual-Fuel-Betrieb ausgelegten Schiffs zehn Tage auf dem Wasser unterwegs sein. 

Gebaut wurde die 114 Millionen Euro teure Atair von der Fassmer Werft. Diese hat den Bau von Rumpf und Aufbauten sowie Teilbereichen der Ausrüstung allerdings an die Kieler Schiffbauer der Werft German Naval Yards vergeben, da die Kapazitäten in Berne nicht ausreichten.

Beide Werften sehen in der engen Zusammenarbeit einen großen Erfolg. "Der Bau des Schiffes ist sehr komplex und ein Großteil der Ausrüstungsarbeiten liegt noch vor uns. Ich bin daher froh, dass wir diesen Meilenstein pünktlich erreicht haben", so Harald Fassmer, Geschäftsführer der Fassmer Werft. Jörg Herwig, Geschäftsführer von German Naval Yards, ergänzte: "Wir sind sehr stolz darauf, dass unsere Werft erneut unter Beweis stellen konnte, ein komplexes und technisch anspruchsvolles Schiff im Zeit- und Kostenrahmen zu bauen".

Mit der Entscheidung für den Kraftstoff LNG möchte das BSH einen Beitrag zur Reduzierung von Emissionen in der Schifffahrt leisten. Durch den Betrieb mit flüssigem Erdgas verringert sich der CO2-Ausstoß um rund 20 Prozent. Auch der Ausstoß von Schwefeldioxid reduziert sich um 90 Prozent und der von Stickoxiden um etwa 80 Prozent. Feinstaub wird so gut wie gar nicht emittiert. Dadurch erfüllt die Atair die Vorgaben des Umweltzeichens "Blauer Engel" für umweltfreundliches Schiffsdesign.

Quelle: Kieler Nachrichten / Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie