Hannover tankt BIO-ERDGAS aus Stroh

Seit Beginn des Jahres kann an den Erdgastankstellen von enercity (Stadtwerke Hannover) reines BIO-ERDGAS aus Stroh getankt werden.


Damit können Erdgasfahrzeuge in Hannover künftig quasi emissionsfrei fahren. Laut Angaben von enercity und dem BIO-ERDGAS-Lieferanten Verbio reichen schon vier Ballen Stroh aus, um ein ganzes Jahr lang Auto zu fahren.
Ein Erdgasauto kann ohne Motorveränderungen oder Leistungsverluste mit Erdgas und mit BIO-ERDGAS in jedem Mischungsverhältnis fahren. Die Problematik wie bei E10 oder Bio-Diesel gibt es bei BIO-ERDGAS nicht. „Jedes Erdgasauto kann erneuerbare Energie tanken – sei es sogenanntes E-Gas aus Windstrom oder wie jetzt in Hannover Bio-Methan aus Stroh“, erklärt Corinna Kleimann, Mobilitäts-Expertin von enercity. 500 Kilogramm Bio-Methan erzeugt Verbio (Vereinigte BioEnergie AG) aus vier Großballen Stroh. Ein Mittelklasse-Pkw, wie der Erdgas-Passat oder der Golf Variant, kommen damit circa 11.500 Kilometer weit. 
Ausschlaggebend für die Zusammenarbeit mit Verbio war vor allem das Ziel, zur Lösung der Feinstaub- und NOx-Problematik in Hannover beizutragen. „Mit Bio-Methan aus Reststoffen wie Stroh bieten wir in Hannover einen Ausweg aus der aktuellen Klima- und Schadstoff-Falle“, so Kleimann. Denn Erdgasautos, die mit dem verbiogas genannten Kraftstoff unterwegs sind, punkten bei allen derzeit im Fokus stehenden Schadstoffen und sind fast CO2-frei unterwegs. enercity setzt in Hannover schon seit 1995 auf ERDGAS als sinnvolle Kraftstoffalternative und baut seitdem das Tankstellen-Netz aus. „In der Region Hannover haben wir eine flächendeckende Infrastruktur – gerade Pendler und Vielfahrer kommen regelmäßig an den Tankstellen vorbei“, betont Kleimann.
Den Produzenten Verbio hat enercity 2017 als Gaslieferanten gewählt, da dessen BIO-ERDGAS (verbiogas) besonders nachhaltig ist. Denn Stroh eröffnet ein großes Rohstoffpotenzial – ohne Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. „8 bis 13 Millionen Tonnen Stroh verbleiben jedes Jahr ungenutzt auf den deutschen Getreidefeldern. Damit können gut 5 Millionen Pkw Jahr für Jahr CO2-neutral fahren“, erklärt Claus Sauter, Vorstandsvorsitzender beim Bio-Methan-Produzenten aus Leipzig. Eine Studie des Deutschen Biomasse Forschungszentrums (DBFZ) bestätigte schon 2011 das große Potenzial von Stroh als Energiequelle.