Neue Bodenseefähre mit Flüssigerdgas-Antrieb

2019 geht eine neue Bodenseefähre der Stadtwerke Konstanz in Betrieb. Das Besondere: Die neue Fähre wird das europaweit erste Fahrgastschiff mit Gasmotor sein, das in einem Binnengewässer betrieben wird. Entwickelt wurde dieser vom Motorenhersteller MTU in Friedrichshafen. Ziel ist die deutliche Reduktion von Schadstoffen durch den Antrieb mit Flüssigerdgas (LNG) als Kraftstoff.

Der Prototyp des Gasmotors von MTU, eine Marke der Rolls-Royce Power Systems, die zu den weltweit führenden Herstellern von Großdieselmotoren und kompletten Antriebssystemen zählt, durchläuft aktuell eine gründliche Testphase und hat auf dem Prüfstand des Unternehmens bereits 3.000 Stunden Laufzeit erfolgreich absolviert.
 
Die Stadtwerke Konstanz, Betreiber der Bodenseefähre zwischen Meersburg und Konstanz, seien sehr stolz auf dieses "Leuchtturmprojekt", wie Stefan Ballier, Fährbetriebsleiter bei den Stadtwerken Konstanz, betont. Nachdem die Stadtwerke zunächst über eine Fähre mit rein elektrischem Antrieb nachgedacht hatten, sprachen schließlich finanzielle Mehrkosten von über 6 Millionen Euro gegen diese Alternative. Stattdessen konnte die Realisierung einer gasbetriebenen Fähre in Zusammenarbeit mit MTU schneller umgesetzt werden als gedacht.
 
"Die Pläne für das neue Schiff stehen", erklärt Ballier. Daher soll die europaweite Ausschreibung für den Bau der Fähre bereits im Herbst erfolgen, da der reine Stahlbau rund 18 Monate dauert. Im Oktober 2018 sollen dann die Gasmotoren geliefert und erprobt werden, so dass Mitte 2019 die offizielle Inbetriebnahme des Schiffes stattfinden kann.