Sammelsystem für regenerative Energien

Erdgasnetz der Zukunft

Das Erdgasnetz dient auch als Sammelsystem für regenerativ erzeugtes Bio-Erdgas und Wasserstoff aus Windkraft und Sonnenenergie. Bild: Verbraucherinformation ERDGAS

Das deutsche Erdgasnetz versorgt mit einer Länge von circa 450.000 Kilometern, was etwa elf Erdumfängen entspricht, fast jede zweite Wohnung in Deutschland. Es transportiert jährlich etwa doppelt so viele Kilowattstunden Energie wie das Stromnetz. Zusätzlich können in den derzeit 47 Untertagespeichern insgesamt fast 21 Milliarden Kubikmeter Erdgas gespeichert werden. Welche Optionen bietet diese gigantische Infrastruktur für eine Energieversorgung der Zukunft?

Das Erdgasnetz der Zukunft ist laut Aussage der „Verbraucherinformation ERDGAS“ ein chemischer Energiespeicher und damit ein potenzielles Sammelsystem für regenerative Energien. Erdgas bietet als Partnerenergie beste Voraussetzungen, da sich unterschiedliche erneuerbare Energiequellen zum Beispiel als Wasserstoff oder Methan in das nahezu flächendeckende Energieversorgungssystem einbinden und dem Erdgas beimischen lassen, um so zum Heizen, zur Stromerzeugung oder als Kraftstoff für Erdgasfahrzeuge zur Verfügung zu stehen.

Bereits heute wird Biogas aus Biomasse gewonnen, auf Erdgasqualität aufbereitet und als Bio-Erdgas ins Erdgasnetz eingespeist. Es soll bis zum Jahr 2030 einen Anteil am jährlichen Erdgasverbrauch von zehn Prozent haben. Außer Biomasse können andere regenerative Energien wie Windkraft und Sonnenenergie in das Erdgasnetz eingebracht werden. Zum Hintergrund: Aufgrund der witterungsbedingt schwankenden Energieerträge aus Windkraft und Sonnenenergie sowie der ebenso schwankenden Nachfrage kommt es häufig zu Stromüberschüssen, die nicht nutzbar sind. Hinzu kommt, dass größere Mengen Strom bislang nicht wirtschaftlich speicherbar sind. Der weitere Netzausbau ist erforderlich, um den Strom künftig von beispielsweise Offshore-Windparks in die Ballungszentren transportieren zu können. Eine andere Lösung bietet das Verfahren der Elektrolyse, mit dem Strom aus Wind- und Photovoltaikparks für die Erzeugung von Wasserstoff genutzt wird. Durch die Einspeisung und Beimischung von regenerativ gewonnenem Wasserstoff bietet sich so eine vergleichsweise preiswerte, ergänzende Alternative zum Netzausbau an, so die „Verbraucherinformation ERDGAS“. Für die technische Lösung der Elektrolyse spricht auch der bereits vielfache Einsatz in der Industrie und die im Vergleich zum Ausbau der Stromnetze geringeren Investitionskosten derartiger Anlagen. Bis zu zehn Prozent Anteil an eingespeistem Wasserstoff im Erdgasnetz ist nach dem aktuellen technischen Stand möglich. Angesichts der in der EEG-Novelle formulierten Ziele der Bundesregierung, den Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2020 auf mindestens 35 und bis 2050 auf 80 Prozent zu erhöhen, gilt es zugleich, das Erdgasnetz als strategische Infrastruktur der zukünftigen Energieversorgung auszubauen.

Mit Blick auf die Zukunft bietet der Energieträger Erdgas mitsamt der Infrastruktur sowohl ein ideales Speicher- und Transportmedium für regenerative Energien als auch durch neue Heiztechnik die Möglichkeit, vielseitig regenerative Energien zum Heizen und zur Stromerzeugung zuhause einzubinden. Informationen gibt es unter www.erdgas.info in der Rubrik „ERDGAS.Zukunft“.

Berlin, 04.01.2012

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