Die Eigentumsgrenze ist die Schnittstelle, an der die Zuständigkeit der Gasversorgungsunternehmen endet und die des Kunden beginnt. Normalerweise ist diese Grenze die Absperreinrichtung an der Hauseinführung. Die notwendigen Installations- und Wartungsaufgaben nach dieser Grenze obliegen dem Kunden. Die Arbeiten daran sollten nur durch ein kompetentes Fachunternehmen durchgeführt werden, um die Sicherheit und Funktionsfähigkeit zu gewährleisten.
Einspeisung ist die Gaseinleitung in ein bestehendes Gasversorgungnetz. Der Ort der Einspeisung kann eindeutig festgelegt und die Gasmenge gemessen werden.
Der Einstellwert ist der Volumenstrom in Liter je Minute ( l/min), auf den die Brenner der Gasgeräte eingestellt werden müssen, um die Nennwärmebelastung zu erreichen.
Gas-Heizgerät, das nur seinen eigenen Aufstellraum beheizt; auch Gasraumheizer genannt.
Die Einzelzuleitung ist bei Gasinstallationen mit nur einem Gasgerät der Leitungsteil von der Hauptabsperreinrichtung bis zur Geräteanschlussarmatur.
Zu den Emissionen zählen sowohl die von einer Anlage, einem Gebäude, einer Fabrik oder einem Verkehrsmittel in die Umwelt abgegebenen gasförmigen, flüssigen und festen Schadstoffe, als auch die Abgabe von Wärme, Strahlung, Geräuschen u.ä. Die Einwirkung von Emissionen wird als Immission bezeichnet.
Emissionsgrenzwerte sind Höchstwerte für die rechtlich zulässige Schadstoffabgabe an die Umwelt.
Der Endverteiler ist das Ortsgasunternehmen, welches die Gasverteilung zum Kunden realisiert. Er wird auch als lokaler Endverteiler bezeichnet.
Energie ist die Fähigkeit oder Möglichkeit eines Systems, Arbeit zu verrichten oder Wärme abzugeben. Gemessen wird Energie in der Einheit Joule (J) als Produkt von Zeit und Leistung. Ein Joule entspricht einer Wattsekunde (WS).
Nach der Reihenfolge ihres Einsatzes lässt sich Energie in verschiedene Stufen einteilen:
Primärenergien kommen in der Natur direkt vor, wie Stein- und Braunkohle, Erdöl oder Erdgas sowie erneuerbare Energiequellen. In den meisten Fällen muss diese Primärenergie in Kraftwerken, Raffinerien etc. in Sekundärenergie umgewandelt werden (Koks, Briketts, Strom, Fernwärme, Heizöl oder Benzin). Die Energie am Ort des Verbrauchs ist die Endenergie, die in Nutzenergie umgewandelt wird - in Heiz- und Prozesswärme, Licht, Schall oder Bewegungsenergie.
Moderner Begriff für das Vermögen aus einer Energie den größtmöglichen Nutzen zu gewinnen.
Seit Februar 2002 gültig fasst die EnEV die Wärmeschutzverordnung (WSchV) und die Heizungsanlagenverordnung (HeizAnlV) zusammen. Die EnEV begrenzt nicht mehr den zulässigen Heizwärmebedarf, sondern den Primärenergiebedarf für die Heizung. Sie verbindet Anlagentechnik und Gebäudetechnik. Effiziente Wärmeerzeugung und Wärmeschutz sind von gleicher Bedeutung - siehe auch Rubrik Gesetze/Verordnungen. Somit können Architekten und Bauherren im Hinblick auf Gestaltung und Kosten die aus ihrer Sicht günstigste Lösung wählen. Die EnEV stützt sich auf die neuen Normen DIN V 4108-6, die die Berechnung des Heizwärmebedarfs festlegt, und die DIN V 4701-10, die die Berechnung der primärenergetischen Effizienzkennzahl (Anlagenaufwandszahl) regelt.
Im Rahmen der Energieversorgung und -anwendung wird zwischen verschiedenen Energieformen unterschieden: Primärenergie, Sekundärenergie, Endenergie, Nutzenergie. Nach dem Energieerhaltungssatz kann Energie nicht vernichtet, sondern nur von einer Energieform in andere Energieformen gebracht werden.
Energiepolitik ist ein wesentlicher Bestandteil der Wirtschaftspolitik und steht im Dienst der allgemeinen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Ziele. Eine sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung ist eine Grundvoraussetzung für die Funktionsfähigkeit der Wirtschaft und die Befriedigung fundamentaler Bedürfnisse der Bürger. Im Hinblick auf die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen spielen für die Energiepolitik Maßnahmen, die auf eine Verminderung der durch Energieerzeugung und -verwendung hervorgerufenen Emissionen abzielen, eine wichtige Rolle. (Umweltschutz).
Die in der Erde lagernden Vorräte an fossilen Brennstoffen (Fossile Energieträger), die nachgewiesen, sicher verfügbar und mit heutiger Technik wirtschaftlich gewinnbar sind, bezeichnet man als Energiereserven. Gleichbleibenden Energiebedarf und gleichbleibende Nutzung unterstellt, reichen die derzeit bekannten Welt-Energiereserven an Erdöl 43 und Erdgas 66 Jahre, sowie bei Kohle ca. 170 Jahre.
Neben den Energiereserven gibt es nachgewiesene und vermutete Vorräte von Energieträgern (sogenannte Energieressourcen), die jedoch derzeit aus technischen und/oder wirtschaftlichen Gründen noch nicht gewinnbar sind. Dazu gehören bei Erdgas die Methanhydrate. Methanhydrate sind Verbindungen zwischen Methan und Wasser, die in riesigen Mengen auf dem Meeresboden lagern.
Die Energie, die nach dem gewünschten Prozess noch vorhanden ist, kann zum Teil zurückgewonnen und damit für andere Prozesse nutzbar gemacht werden. In dieser Maßnahme steckt ein großes Potential für die Einsparung von Energie. Die Rückgewinnung von z.B. Wärmeenergie aus verschiedenen Heizprozessen erfolgt über Wärmeübertrager im Abgasstrom.
Unter Energiesparen versteht man Maßnahmen, die den Energieverbrauch vermindern. Dabei gibt es für den energiebewussten Verbraucher eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Einsparung, ohne auf Komfort verzichten zu müssen: Beispielsweise durch Absenken der Raumtemperatur über Nacht oder indem man unnötigen Verbrauch (stand-by) vermeidet. Energiesparen kann man des weiteren auch durch eine Verbesserung der Nutzungsgrade von Geräten und Anlagen senken sowie durch Energierückgewinnung und Reduzieren des Nutzenergiebedarfs (Beispiel: Gebäudedämmung) oder durch die gekoppelte Erzeugung von Strom und Wärme.
Darunter versteht man Stoffe, die Energien gebunden haben, z.B. Mineralöl, Erdgas, Kohle, Holz.
In Deutschland werden pro Jahr zirka 14.500 Pietajoule an Primärenergie verbraucht, davon sind über 90 Prozent fossile Energieträger. Die privaten Haushalte sind beim Endenergieverbrauch mit 30 Prozent Spitzenreiter, gefolgt vom Verkehr mit ca. 28 Prozent sowie der Industrie mit rund 25 Prozent. An vierter Stelle liegen mit ca. 16 Prozent Gewerbe, Handel und Dienstleistungen.
Ist eine Leitung, die zum Entlüften von Gasleitungen dient, wobei die Luft oder inertes Gas durch das Gas aus der Leitung herausgedrückt wird. Die Entlüftungsleitung muss an einer gefahrlosen Stelle münden.
Erdgas ist ein Gemisch, das hauptsächlich aus Methan (CH4), Stickstoff (N2), einem geringen Anteil anderer Kohlenwasserstoffe (Ethan, Propan, Butan und Methan) und Spuren von Helium besteht.
Das Erdgas, was heute verbraucht wird, ist bereits vor vielen Millionen Jahren in größeren Tiefen unter der Erdoberfläche entstanden. Es hat sich unter besonderen Bedingungen über verschiedene geochemische Umwandlungsprozesse aus organischem Material gebildet. Dieses Gas ist durch Risse und Poren in den Gesteinsschichten nach oben gewandert. Traf es auf eine natürliche Barriere, z.B. eine Aufwölbung gasdichter Schichten, konnte sich eine Gaslagerstätte bilden. Gefördert wird das Gas aus diesen Lagerstätten über Bohrungen. An der Erdoberfläche wird das Gas gereinigt und getrocknet und gelangt anschließend über Pipelinesysteme bis zum Endverbraucher.
Neben dem herkömmlichen Treibstoff wie Benzin und Diesel, wird nicht zuletzt wegen des Umweltschutzes, der Einsatz von Erdgas als Treibstoff zunehmend angewendet. Der Einsatz von erdgasbetriebenen Fahrzeugen bietet die Chance, die verkehrsbedingten Schadstoffbelastungen erheblich zu senken. Besonders Ballungsräume und inner-städtische Gebiete sind von einer hohen Belastung durch Stickoxide (NOx), Schwefeldioxid (SO2), Benzol, Ruß und flüchtige organische Verbindungen (HC) betroffen.
Allein in den alten Bundesländern stammten 1990 fast 60% der Gesamtemissionen an NOx, und 70% der Kohlenmonoxid Emissionen (CO) aus dem Straßenverkehr, d.h., die daraus resultierenden Symptome Sommersmog und Waldsterben können im wesentlichen dem hohen Verkehrsaufkommen zugeschrieben werden. Nur eine drastische Reduzierung der Abgaswerte wird eine spürbare Verbesserung bringen. Einen wirksamen Beitrag kann hierbei der Einsatz von alternativen Kraftstoffen leisten, zu denen auch Erdgas gehört.
Durch Erdgasfahrzeuge werden die fahrzeugspezifischen Emissionen wie z.B. Stickoxide (NOx), Kohlenmonoxid (CO), höhere Kohlenwasserstoffe (HC) und auch die Geräusch-emissionen deutlich vermindert. Damit besteht die Möglichkeit zu einer erheblichen Verbesserung der Umweltsituation in den besonders hoch belasteten innerstädtischen Gebieten. Im Vergleich mit herkömmlichen Fahrzeugen wird das spezifische Ozon-bildungspotential um ca. 80% reduziert. Die zur Jahrtausendwende eingeführten "Euro3"-Grenzwerte werden von Erdgasmotoren deutlich unterschritten. Dabei ist das Entwicklungspotential von Erdgasmotoren bei weitem noch nicht ausgeschöpft.
Der TÜV Bayern-Sachsen hat alternative Antriebskonzepte untersucht. Danach weist Erdgas gegenüber konventionellen Kraftfahrzeugen und anderen alternativen Antriebskonzepten eine herausragende Umweltbilanz auf. Vergleichbare Ergebnisse werden nur von Wasserstoff und mit Einschränkungen von Flüssiggas erreicht. Der TÜV stellt dabei heraus, daß Erdgas zur Zeit als die vielversprechendste Alternative zur Verringerung der verkehrsbedingten Emissionen anzusehen ist. Diese Ergebnisse belegen, dass mit dem Einsatz von erdgasbetriebenen Fahrzeugen die Chance besteht, die verkehrsbedingten Schadstoffemissionen in hochbelasteten innerstädtischen Gebieten erheblich zu senken und Smog-Situationen zu vermeiden. Siehe auch www.erdgasfahrzeuge.de
Neben den "konventionellen" Lagerstätten läßt sich Erdgas auch aus anderen Quellen gewinnen. Diese feste, schneeförmige Verbindung zwischen Erdgas und Wasser ist bei hohem Druck bis zu einer Temperatur von 20°C stabil. Riesige Erdgashydratlager befinden sich z.B. in Sibirien und Alaska.
Die Erdgasspeicherung dient dem Versorgungsunternehmen, auch bei erhöhter zeitlicher Abnahme von Erdgas, die gleichmäßige Versorgung zu gewährleisten. Dazu wird in abnahmeschwachen Zeiten Erdgas aus dem normalen Verteilungsnetz in sogenannte Erdgasspeicher eingespeist. Dieses gespeicherte Gas kann dann bei Bedarf (z.B. in der Winterperiode) wieder in das Versorgungsnetz zurückgespeist werden. Dies ist auch ein wirtschaftlicher Fakt, denn die Einspeicherung von Erdgas ermöglicht auch die Spitzenbedarfsdeckung. Zur Speicherung werden verschieden Arten von Erdgasspeichern verwendet.
Gasbehälter sind oberirdische Speicheranlagen, die zur kurzzeitigen Gaseinspeisung bei z.B. Störungen der normalen Gasversorgung verwendet werden.
Speicher in Rohren sind Hochdruckspeicher (siehe HD), die unterirdisch verlegt werden.
Porenspeicher sind unterirdisch in ausgedienten Erdgaslagerstätten und Ölfeldern angelegt. Das Erdgas wird dabei in vorhandene poröse Erdschichten eingepresst. Sie dienen hauptsächlich der Spitzenbedarfsdeckung.
Kavernenspeicher sind Speicher, bei denen das Erdgas in Salzstöcke eingepresst wird. Sie können eine Tiefe von 2000 m erreichen. Die Salzstöcke werden dabei durch die Einleitung von Süßwasser ausgesolt (Lösung des Salzes und die Entnahme diese Salzwassers (Sole)). In den entstehenden Hohlräumen wird das Erdgas gespeichert.
Erneuerbare Energien, auch regenerative Energien genannt, sind Energiequellen, die nach den Zeitmaßstäben des Menschen unendlich lange zur Verfügung stehen. Die drei originären Quellen sind: Solarenergie, Erdwärme (Geothermie), Gezeitenkraft. Diese können entweder direkt genutzt werden oder indirekt in Form von Biomasse, Wind, Wasserkraft, Wellenenergie sowie Umgebungswärme.
Heizungsanlage, mit der alle Räume einer Wohnung/Etage eines Mehrfamilienhauses beheizt werden.
Die Kennzeichnung eines Gerätes mit dem EX Zeichen zeigt an, dass dieses Gerät in einer Umgebung verwendet werden darf, in der explosive Gasgemische entstehen können.
Brenngase zünden nur, wenn sie in einem bestimmten Verhältnis mit Luft gemischt werden. So muß z.B. ein zündfähiges Erdgas-Luft-Gemisch einen Methananteil zwischen 4,4 und 16,5 Vol% aufweisen. Die Grenzkonzentrationen werden obere bzw. untere Zünd bzw. Explosionsgrenze genannt.
Der Explosionsschutz ist der Schutz vor Gefahren, die durch Explosionen hervorgerufen werden können. Dabei werden unterschieden:
Maßnahmen, die das Entstehen von explosiven Gasgemischen verhindern oder einschränken (primär);
Maßnahmen, die das Entzünden von explosiven Gasgemischen verhindern (sekundär);
Maßnahmen, die Auswirkungen von Explosionen auf ein ungefährliches Maß begrenzen (territorial).
Mit der Kennzeichnung Ex-Zone bzw. explosionsgefährdete Bereiche sind Räume definiert, in denen ein explosives Gasgemisch auftreten kann.